Die konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses ist das Passivhaus. Als aktiver Beitrag zum Klimaschutz ist im Passivhaus der gesamte Primärenergieeinsatz für Heizen, Warmwasserversorgung und der Stromverbrauch im Haushalt wesentlich reduziert.
Passivhäuser haben einen Jahresheizwärmebedarf von weniger als 15 kWh pro m² Wohnfläche, so dass ohne Komfortverlust auf ein separates Heizsystem verzichtet werden kann. Die zusätzlich notwendige Raumheizung kann durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gedeckt werden. Erreicht wird dies durch eine weitere Optimierung der Wärmedämmung der Gebäudehülle und Reduzierung der Lüftungswärmeverluste.
Das Passivhauskonzept zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Wesentlichster Baustein des Passivhauskonzepts ist die sehr hohe Wärmedämmung der Gebäudehülle. In der nachfolgenden Tabelle sind Orientierungswerte für die U-Werte eines Passivhauses dargestellt:
| Bauteil | Mögliche Bauteilkonstruktion | U-Wert (W/m2K ) |
| Dach | Holzleichtbauträger mit einer 45 cm starken Einblasdämmung |
0,10 |
| Außenwand | 17,5 cm Kalksandstein + 27,5 cm Dämmung | 0,14 |
| Kellerdecke | 16 cm Betondecke + 30 cm Dämmung unter/über Decke |
0,13 |
| Fenster | Dreifachwärmeschutzverglasung, hoch wärmegedämmter Rahmen | 0,8 |
Das Passivhauskonzept hat sich in der Praxis bereits vielfach bewährt. Die höheren Baukosten eines Passivhauses gegenüber einem vergleichbaren konventionellen Gebäude belaufen sich zur Zeit auf ca. 10 bis 15 Prozent. Diesen Mehrkosten in der Bauphase stehen erheblich niedrigere Betriebskosten während der Lebensdauer des Gebäudes gegenüber.
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