Im Stadtgebiet von Münster existieren ca. 650 landwirtschaftliche Betriebe. Diese teilen sich in ca. 300 Haupterwerbs- und ca. 350 Nebenerwerbsbetriebe auf. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt bei den Haupterwerbsbetrieben ca. 36 ha und bei den Nebenerwerbsbetrieben ca. 11 ha. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führt dazu, dass sich die Zahl der Höfe pro Jahr um ca. 2 Prozent verringert (Vergleich: ca. 2,5 % in Westfalen-Lippe).
Ähnlich wie in den Nachbarkreisen dominiert auch im Stadtgebiet von Münster die Veredelungsproduktion. So wird fast auf jedem zweiten Betrieb Schweinehaltung betrieben und weiter ausgebaut. Die durchschnittliche Anzahl der Mastschweine erhöhte sich von 1988 bis 1996 um 183 Tiere auf 752 Tiere/Jahr und Betrieb. Auf ca. 200 Höfen wird Bullenmast-, auf ca. 150 Höfen Milchkuhhaltung betrieben.
Der durchschnittliche Tierbesatz im Verhältnis zur landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt bei 1,57 GV/ha (Vergleich: Westfalen Lippe 1,46 GV/ha). Es wird deutlich, dass das Wachstumspotential der Betriebe weitgehend erschöpft ist, wenn keine weiteren Verwertungsflächen für den anfallenden organischen Dünger ("Gülle") durch Betriebsaufgaben zur Verfügung gestellt werden können. Oder es müssen größere Strecken für den Transport organischen Düngers in viehärmere Ackerbaugebiete in Kauf genommen werden.
Die Gesamtgröße der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Stadtgebiet von Münster beträgt ca. 14.600 ha. Hiervon werden ca. 11.500 ha als Ackerland und 2.800 ha als Grünland genutzt. Die Hauptanbaufrüchte sind Winterweizen, Wintergerste, Triticale und Mais. Insbesondere der Mais nimmt mit über 34 % Anteil an der Ackerfläche eine herausragende Stellung ein. Darüber hinaus gibt es Sonderkulturen wie z.B. Spargel.
Landwirtschaftliche Nutzflächen werden in Münster stark nachgefragt, da das Flächenangebot in den letzten Jahren durch Baumaßnahmen (Ausweisung von Baugebieten, Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals, Bereitstellung von Ausgleichsflächen etc.) merkbar abgenommen hat.
Grundwasser
Die intensive Tierhaltung mit entsprechendem Nährstoffanfall im Stadtgebiet führt teilweise zu hohen Nitratwerten im Grundwasser. Besonders problematisch stellt sich die Situation in den nördlich gelegenen Wasserschutzgebieten in Münster dar. Dort befinden sich i.d.R. leichte Sandböden, die ein geringes Speichervermögen für Nährstoffe besitzen. Hierdurch kommt es zu einem erhöhten Stoffverlagerungsrisiko. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist ein optimiertes Düngeverhalten der Landwirte notwendig, um die Grundwasserqualität langfristig zu verbessern. Hier setzt die Arbeit der Kooperation Wasserwirtschaft/Landwirtschaft Münster an.
Im Rahmen der Kooperation wurden in den letzten 5 Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Grundwasserqualität nachhaltig zu verbessern. Die Stadtwerke Münster stellen hierfür jährlich ca. 75.000 Euro zur Verfügung. Mit diesen Mitteln werden verschiedene Maßnahmen zum Gewässerschutz gefördert. Dazu zählen:
Es ist davon auszugehen, dass die Gesamtheit der v.g. Maßnahmen zukünftig wesentliche Verbesserungen für den Gewässerschutz erbringen wird. So werden in den Wasserschutzgebieten inzwischen bedeutend weniger und bedarfsgerechter Düngemittel ausgebracht.
Oberflächengewässer
Die Landwirtschaft hat ebenfalls einen maßgeblichen Einfluss auf die Wasserqualität der Oberflächengewässer. Auch hier gibt es verschiedenen Ursachen.
Der überwiegende Anteil der landwirtschaftlichen Betriebe im Stadtgebiet von Münster leitet das anfallende Oberflächenwasser der Hofstellen direkt in die Gewässer ein. Durch die mitgeführte Schmutzfracht können Belastungen im Gewässer auftreten. Hier gilt es, in den nächsten Jahren durch eine gezielte Beratung und durch Sanierungsmaßnahmen diese Punkteinträge weiter zu mindern. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Umschlagplätzen für Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf den Hofstellen.
Des weiteren wird ein Großteil des Gewässerumfeldes landwirtschaftlich genutzt. Die Bewirtschaftung erfolgt in der Regel bis an die Böschungsoberkante. Es besteht die Gefahr, dass Dünge- und Pflanzenschutzmittel bei der Ausbringung oder durch oberflächliche Abschwemmung direkt oder indirekt über Drainageeinleitungen ins Gewässer eingetragen werden.
Die Stadt Münster ist intensiv bemüht, weitere Uferstreifen an den Gewässern zu erwerben, um diese Einträge zu mindern.
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