Stadt Münster, Amt für Grünflächen und Umweltschutz:

Energie- und Klimaschutzbilanz in Münster

Aufgabe einer Energie- und Klimaschutzbilanz ist es, die Wirksamkeit der eingeleiteten Klimaschutzmaßnahmen zu überwachen und somit als Erfolgskontrolle im Hinblick auf die angestrebte Kohlendioxidreduzierung zu dienen. Dafür müssen die Energieverbräuche aller Akteure einer Stadt (Verkehr, Haushalte, Kleinverbraucher, Industrie, etc.) erfasst und ausgewertet werden. Als Datenbasis diente bis 2005 der Wärmeatlas der Stadtwerke Münster GmbH, der die Energieverbräuche (Heizenergie, Prozesswärme sowie Licht und Kraft) für das gesamte Stadtgebiet differenziert nach Energieträgern und Stadtbezirken abbildet. Ab dem Berechnungsjahr 2006 erfolgt ein Systemwechsel im Rahmen der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes 2020, wobei die alte Berechnungssystematik des Beirates für Klima und Energie durch eine neue Systematik des IFEU-Institues ersetzt worden ist.

Klimaschutzbilanz nach Anwendungen und Verkehr in Münster 1990 bis 2006

Nach der Bilanzierungsmethode (Gutschriftenmethode) des Beirates für Klima und Energie (1995) ist für das Jahr 2005 eine sehr positive CO2-Bilanz für die Stadt Münster mit fast 21% CO2-Reduzierung seit 1990 errechnet worden. Dabei ist die hohe Bewertung der Kraftwärmekopplung insbesondere im Wärmebereich maßgeblich verantwortlich für das gute Ergebnis gewesen. Um hier eine realistischere Darstellung zu erhalten, ist im Rahmen der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes 2020 für die Stadt Münster eine neue Bilanzierungssystematik erarbeitet worden, die bei der Kraftwärmekopplung die Exergiemethode ansetzt und beim Verkehr auf dem Territoritalprinzip basiert. Zwischen den Bilanzen der Jahre 2005 und 2006 sind die Unterschiede mit einer Zunahme von 532.000 Tonnen CO2 aufgrund der neuen Methodik erheblich. Während der Verkehrsbereich durch die neue Systematik kaum Veränderungen aufweist (ca. -2,5%), finden sich bei den energiebedingten Emissionen Unterschiede von zusätzlich 545.000 Tonnen CO2. Dies ist vor allem, wie bereits gesagt, auf die unterschiedliche Bewertung der Koppelprodukte Fernwärme und Strom sowie der Berücksichtigung der Vorketten bei den Emissionsfaktoren zurückzuführen. Die detaillierten Ergebnisse und Erläuterungen können Sie dem Auszug aus dem Endbericht zum Klimaschutzkonzept 2020 für Münster "Energie-/Klimabilanz 2006 neu" im Download entnehmen.

Nach der neuen Bilanz ergibt sich eine CO2-Reduzierung von 9% von 1990 bis 2006 für Münster. Der Weg für das Klimaschutzziel Münsters 40% CO2-Reduzierung bis 2020 ist somit also noch einmal deutlich schwerer geworden als 2008 bei Ratsbeschluss für dieses ehrgeizige Klimaschutzziel gedacht.

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