Bäume bieten zahlreiche Tierarten Lebensraum. In Höhlen, morschem Holz oder unter der Borke finden Insekten, Vögel oder Fledermäuse Nist-, Versteck- oder Nahrungsmöglichkeiten. Neben lebenden Bäumen haben auch abgestorbene Bäume eine hohe ökologische Bedeutung.
Aus Sicherheitsgründen ist es jedoch entlang von Straßen nicht und in Grünanlagen nur in abgelegenen Bereichen möglich, teilweise morsche oder gar abgestorbene Bäume zu erhalten.
Daher werden von Amt für Grünflächen und Umweltschutz, insbesondere im besiedelten Bereich, verschiedene Nisthilfen, vor allem für Vögel, aufgehängt.
Stoppen Nisthilfen den Artenrückgang?
Nisthilfen in Hausgärten und Grünanlagen können dort die Artenvielfalt erhöhen und damit lokal den allgemein zu beobachtenden Artenrückgang stoppen. Voraussetzung ist aber ein ausreichendes Nahrungsangebot, das durch naturnahe, arten- und blütenreiche Gärten und Grünflächen gewährleistet werden kann.
Tierarten, die in ihrem Bestand gefährdet sind und auf der "Roten Liste" stehen, können jedoch nur in wenigen Fällen durch das Aufhängen von Nisthilfen gefördert werden. Den meisten gefährdeten Tierarten kann nur durch wirksamen Flächenschutz, d. h. durch den Erhalt ihrer angestammten Lebensräume, langfristig geholfen werden. Das gleiche gilt auch für gefährdete Pflanzenarten.
Ein Beispiel für erfolgreich praktizierten Artenschutz
Seit 1995 fördert die Stadt Münster den Eulenschutz. Dadurch konnten in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zahlreiche Nisthilfen für Schleiereulen, Steinkäuze und Turmfalken angebracht und der Bruterfolg erheblich gesteigert werden.
Am deutlichsten ist der Anstieg der Bruten beim Steinkauz.
| Untersuchungsjahr | 1994 | 1998 | 2002 | 2006 | 2009 | |
| Anzahl der Niströhren | 39 | 126 | 217 | 315 | 319 |
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| gesamte Bruten | 8 | 44 | 106 | 151 | 170 | |
| Anzahl der Jungtiere | 24 | 154 | 328 | 457 | 477 |
Foto und Daten von H. Große Lengerich
Dieser Erfolg ist nur möglich, da für die Niströhren geeignete Standorte ausgewählt werden, die die speziellen Lebensraumansprüche - kopfbaumreiche Wiesen und Weiden sowie Streuobstwiesen - erfüllen. Gerade beim Steinkauz war das Fehlen von Höhlenbäumen, insbesondere in alten Obstbäumen, der begrenzende Faktor. Durch die Neuanlage, Ergänzung und Pflege von Obstwiesen sollen zukünftig Strukturen entwickelt werden, die den Steinkäuzen auch ohne künstliche Nisthilfen Brutmöglichkeiten geben.
Für welche Tiere gibt es Nisthilfen?
Am verbreitesten sind Nisthilfen für Vögel. Je nach Vogelart gibt es zahlreiche verschiedene Ausführungen. Sie sind im Handel erhältlich oder können mit einfachen Mitteln selbst gebaut werden.


Nist- und Überwinterungshilfen gibt es auch noch für weitere Tiergruppen, zum Beispiel für Hummeln, Hornissen oder Florfliegen.


Neben diesen "künstlichen" Nisthilfen können, zum Beispiel durch Anlage eines Laub- oder Reisighaufens im Garten, Versteckmöglichkeiten für nützliche Säugetiere wie Spitzmaus und Igel oder Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für verschiedene Insekten geschaffen werden.
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