Erste naturnahe "Fischtreppe" in Münster
Bislang war für Fische und andere Kleinlebewesen aus dem Unterlauf der Werse am Wehr Pleistermühle Endstation. Den Höhenunterschied von zwei Metern konnten sie nicht bewältigen.
Doch damit ist jetzt Schluss. Im Dezember 2000 wurden die Bauarbeiten für die Fischtreppe abgeschlossen.
Am 6. Dezember 2000 konnte ein Nebenstrom des Wersewassers sich erstmals für einige Stunden in einem Probelauf den Weg durch den Umgehungsbach suchen. Die Kontrolle von Fließgeschwindigkeiten und Wassertiefen brachte das erwartete Ergebnis: Der Umgehungsbach ist sehr gut gelungen, es sind nur wenige kleinere Änderungen erforderlich.
Seit dem 18. April 2001 ist die "Fischtreppe" endgültig geflutet und damit das Hindernis Wehr Pleistermühle für Fische und Kleinlebewesen auf Dauer beseitigt.
Da es sich bei der Werse um ein Flachlandgewässer handelt, wurde bei der Bauausführung bewusst weitestgehend auf den Einbau von großen Blocksteinen verzichtet. Statt dessen kamen Strukturelemente aus Holz zum Einsatz. Blocksteine sind nur am Einlauf, der Mündungsrampe und im Bereich der Überfahrt eingebaut worden, um die Fließgeschwindigkeit zu drosseln.
Neuland betrat das Tiefbauamt bei der Konstruktion einer Überfahrt. Eine Brückenkonstruktion mit Lichtgitter gewährleistet den ausreichenden Lichteinfall.
2002 und 2003 wurden umfangreiche Untersuchungen mit dem Ergebnis durchgeführt, dass der Umgehungsbach Pleistermühle von den Fischen sehr gut angenommen wird. Es konnten 18 Fischarten, wie z. B. Rotauge, Ukelei, Flussbarsch, Aal, Gründling, Schmerle, Hasel nachgewiesen werden. Mittlerweile wird der Umgehungsbach von vielen Tieren als Lebensraum genutzt. Damit konnte ein wichtiger Schritt in Richtung ökologische Durchgängigkeit der Werse erreicht werden.