In Luft lösen sich buchstäblich nur die im Abwasser enthaltenen Stickstoffe bei der Klärung auf. Die übrigen organischen Verbindungen bleiben als fester Schlamm zurück, der es allerdings in sich hat: ca. 6 kg Gesamt-Stickstoff, 0,6 kg Ammonium-Stickstoff, 13 kg Phosphat, 0,6 kg Kaliumoxid, 7,9 kg Calciumoxid und 2 kg Magnesiumoxid auf 100 kg Klärschlamm ergeben einen Naturdünger von bester Qualität. Dies ist für jeden potenziellen Abnehmer deutlich sichtbar. Dokumentiert wird es durch das Qualitätssiegel der QLA, das die Stadt vom Verband der Gesellschaft für Qualitätssicherung Landbaulicher Abfallverwertung mbH (VDLUFA) verliehen bekommen hat. Über ein in 2006 durchgeführtes Anerkennungsjahr haben die Mitarbeiter der LUFA Münster monatlich Proben gezogen und geprüft. Untersucht wurden vor allem Schwermetalle, Nährstoffe und Keimbelastung. Konstanten Nährstoffgehalt und besonders geringe Schadstoffbelastung bescheinigten die Prüfer. Die Konzentrationen von Blei, Cadmium, Chrom, Nickel, Quecksilber und organischen Halogenverbindungen blieben regelmäßig 80 bis 90 Prozent unter den gesetzlichen Grenzwerten. Bei der Überprüfung der hygienischen Belastung des Schlamms das gleiche Bild: Die Mengen an Salmonellen im Klärschlamm sind zu vernachlässigen und erlauben die Klassifizierung „hygienisiert“. Diese Untersuchungsergebnisse haben sich bis heute bestätig.
Die Stoffe wieder dem natürlichen Kreislauf zuzuführen, ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll, wenn die Schlämme wie in Münster schwach belastet und hochwertig sind.
Mit rund 28.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr ist die Stadt Münster somit einer der größten Natürdüngerhersteller Deutschlands. Er wird zu 100 % in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in der Landwirtschaft verwertet.
Sollten weitere Fragen zum Thema oder Interesse an einer Düngung seiner Flächen mit Klärschlamm bestehen, gibt Frank Bücker unter der Telefonnummer 02 51/1 61 31-19 gerne Auskunft.