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Wie wird das Wasser wieder sauber?

Führungen durch die Hauptkläranlage

Wie wär’s mit einer Führung durch die Hauptkläranlage Münster? Dort können Sie Schritt für Schritt verfolgen, wie aus der „braunen Abwasserbrühe“ wieder klares Wasser wird. Drei Reinigungsstufen rücken dem Schmutz im Wasser zu Leibe. Zwei Feinrechen zum Beispiel halten den größeren Dreck zurück. Dort bleibt auch manches hängen, was nicht in den Abfluss gehört. Sogar ein Gebiss wurde bereits gefunden, dessen Besitzer sich jedoch nicht gemeldet hat.

In den 180 m langen Becken der biologischen Reinigung, dem Herzstück der Anlage, geht es ähnlich zu wie in Seen und Flüssen. Dort vertilgen Mikroorganismen und Bakterien schädliche Stoffe (z. B. Stickstoff und Phosphor).

Neben Rechengut und Sand fällt auf dieser Kläranlage hauptsächlich Schlamm an. Um die Verwertung/Entsorgung dieser „Abfallprodukte“ kümmern sich die Beschäftigten der Kläranlage ebenfalls.

Wenn Sie die Kläranlage besichtigen möchten, können Sie sich bei Monika Grunde, Tel. 02 51/16 13 10, anmelden.


Hauptkläranlage Coerde: Umweltschutz mit HighTech-Einsatz

Rund 60.000 Kubikmeter gereinigtes Abwasser werden täglich aus der Hauptkläranlage in Coerde in die Ems geleitet. Eine Menge, mit der sich problemlos 80 Hallenbäder füllen ließen. Mit Hilfe neuester Technik werden hier auf biologischer Basis Phosphate und Stickstoff aus dem Abwasser weitgehend entfernt. Die Einrichtung ist eine der modernsten Großkläranlagen Deutschlands.

Ziel ist es, die Bestandteile auf schonende Weise wieder dem natürlichen Kreislauf zuzuführen: Aus verschmutzem Abwasser wird Oberflächenwasser, aus den organischen Stoffen Schlamm und schließlich Dünger für die Landwirtschaft. Bis es soweit ist, durchläuft das Abwasser in durchschnittlich 2 Tagen verschiedene Reinigungsphasen.


Rechen für den groben Müll

Grafik: Sandfang (schematisch)

Bei der mechanischen Reinigung durchfließt das Wasser zwei automatisch arbeitende Rechen, die grobe Stoffe herausfiltern. Darunter finden sich Textilien, Nylonstrümpfe, Papier oder Rasierklingen. Eben all die Gegenstände, die aus Bequemlichkeit in die Toilette statt in den Mülleimer geworfen wurden. Diese Gegenstände sind für die Abwassereinigung sehr problematisch.

Im belüfteten Sandfang setzt sich Sand am Boden ab. Der Sand wird kompostiert und dient zum Beispiel als Abdeckung von Lärmschutzwällen.

In weiteren Vorklärbecken setzen sich organische Schlammstoffe ab, die direkt den Faulbehältern zugepumpt werden.


Gefräßige Schlammbewohner leisten Feinarbeit

Grafik: Belebungsbecken (schematisch)

Nach der mechanischen Vorreinigung werden Bakterien in einem flockig-braunen Belebtschlamm für die Feinarbeit eingesetzt: In mehreren hintereinander durchflossenen Becken machen sich die gefräßigen Helfer über die im Wasser gelösten organischen Verbindungen her: Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen sowie Phosphate zählen zu ihrer Leibspeise.

Durch den Stoffwechsel der Mikroorganismen entstehen aus organischen Kohlenstoffverbindungen anorganische Verbindungen wie Kohlendioxid, Wasser und verschiedene Salze. Stickstoffverbindungen wie zum Beispiel Ammonium wandeln sie zu Nitrat um, das weiter in Stickstoff und Sauerstoff gespalten wird. Die Phosphate werden schließlich sowohl durch die Mikroorganismen biologisch abgebaut als auch durch Zugabe von Eisensalzen chemisch im Belebtschlamm gebunden.


Nachklärung trennt Wasser und Schlamm

Grafik: Nachklärbecken (schematisch)

Eine weitere mechanische Reinigungstufe schließt den Prozess ab: In fünf riesigen Nachklärbecken mit jeweils 48 Metern Durchmesser und bis zu sechs Metern Tiefe sinkt der Belebtschlamm nach unten, während das klare Wasser über den Emsableiter in den Fluss strömt. Der Schlamm wird zurück in die biologische Stufe gepumpt.

Der Belebtschlamm, der durch den Zuwachs der Bakterien überschüssig geworden ist, wird in großen Faultürmen gesammelt, die rund 6.500 Kubikmeter aufnehmen können. Bei einer Betriebstemperatur von etwa 35 Grad bauen Mikroorganismen die im Schlamm enthaltenen organischen Stoffe ab. Das dabei entstehende Methangas wird zur Beheizung der Faultürme verwendet, der überschüssige erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist.

Nach rund 20 Tagen bleibt am Ende des Faulprozess ein Restschlamm mit hohem Wassergehalt übrig. Mit Kalk und Eisen als Flockierungsmittel vermischt wird er unter hohem Druck entwässert und sein Volumen um 90 Prozent reduziert. Zurück bleiben jährlich 28.000 Tonnen Schlamm, die aufgrund des hohen Nährstoffgehalts einen hochwertigen Dünger für die Landwirtschaft abgeben. Ständige Qualitätskontrollen stellen sicher, dass der Dünger aus den münsterschen Kläranlagen kaum mit Schadstoffen belastet ist.

Wenn Sie die Kläranlage besichtigen möchten, können Sie sich bei Monika Grunde, Tel.: 02 51/16 13 10, anmelden.


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