Mit dem "Hansa-BusinessPark" erschließt die Stadt Münster derzeit ein Industrie- und Gewerbegebiet, das Unternehmen in Münsters Süden ideale Bediengungen bietet. Nordwestlich von Amelsbüren liegen die über 50 Hektar Nettobauland direkt am Kanal und der Autobahn. Neben einer Umschlagstelle für Schwergut am Kanal wird dort auch voraussichtlich 2013 ein Anschluss zur A1 gebaut.
Aussichten, die erste Firmen überzeugt haben. Doch ehe dort der erste Betrieb seinen Spatenstich feierte, mussten Ver- und Entsorgung stimmen. Ob Gas, Strom, Wasser oder Abwasser - Leitungen und Rohre wollen verlegt sein, nicht nur auf, sondern auch zum Gelände. Dafür boten sich die vorhandenen Anschlusspunkte zu den Netzen von Tiefbauamt und Stadtwerken in Hiltrup an.
Mit dem Lückenschluss in der Hansestraße zwischen Amelsbürener Straße und Meesenstiege wurde im Süden Hiltrups ein durchgehender Straßenzug als Alternative zu Marktallee und Amelsbürener Straße geschaffen. Das ist auch für die Entwicklung des "Hansa-BusinessParks" und dessen verkehrlicher Erschließung und Anbindung ein wesentlicher Faktor. Wer aus dem südöstlichen Stadtgebiet den neuen Autobahnanschluss Münster-Hiltrup oder den "BusinessPark" erreichen will, muss dafür in Zukunft also nicht durch den Hiltruper Ortskern fahren.
Auch für BASF ist die südliche Ortsumgehung attraktiv, bietet sie doch eine komfortable Autobahnanbindung.
Aus der Vogelperspektive zeigen sich die Zusammenhänge der Baumaßnahmen im Süden Münsters auf einen Blick: Wo das Tiefbauamt eine neue Straße baute und Leitungen legt, wo die Stadtwerke Versorgungsleitungen ziehen, das Land eine Autobahnanbindung baut und die Wirtschaftsförderung einen Gewerbepark erschließt, arbeiten Teamplayer zusammen. In und um Hiltrup wächst mit neuen Verkehrswegen wirtschaftliches Potenzial – und nicht die Belastung für die Hiltruper Bevölkerung.
Der „Hansa-BusinessPark“ wird über das Pumpwerk Inkingrodde entwässert. Das ist aber in seiner jetzigen Form den künftig anfallenden Schmutzwassermengen nicht gewachsen und wird deshalb 2011/2012 erneuert. Mit den Rohbauarbeiten für den Neubau des Pumpwerkes wurde am 27.07.2011 begonnen. Die Arbeiten wurden am 15.11.2011 abgeschlossen.
Das Abwasser wird über eine Druckrohrleitung direkt zur Kläranlage Hiltrup geführt. Sie wird bereits im Zuge der Baumaßnahmen an Amelsbürener und Hansestraße in 2010, 2011 und 2012 verlegt. So ist alles fertig, wenn der Autobahnanschluss in 2013 kommt. Bis das neue Pumpwerk in Betrieb geht, gelangt das Abwasser aus dem „BusinessPark“ noch über das Entwässerungssystem in Amelsbüren zur Kläranlage Hiltrup. Auch die marode Druckrohrleitung vom Pumpwerk Malteser Straße wird in 2011 erneuert. Die neue Trasse führt entlang des Oedingteichs über die Hansestraße zur Kläranlage Hiltrup. Mit den Bauarbeiten zum Neubau der Schmutzwasserdruckrohrleitung wurde am 05.09.2011 begonnen. Die Bauzeit endet voraussichtlich Ende Mai 2012. Vom Kreuzungspunkt mit der Hansestraße bis zum neuen Kreisverkehr Am Dornbusch/Meesenstiege wird die Leitung 2012/2013 in offener Bauweise erneuert.
Die Trasse war längst da. Genau dort, wo Strommasten mit der Hochspannungsleitung eine Schneise durch das kleine Waldgebiet zwischen Amelsbürener Straße und Meesenstiege gezogen haben, verläuft jetzt die Verlängerung der Hansestraße. Zweispurig, mit einem gemeinsamen Geh-/Radweg und deutlich erkennbar als Lückenschluss der südlichen Umgehung für Hiltrup. Oberbürgermeister Markus Lewe gab das neue Teilstück am Montag, 18. Juli, frei.
Bauzeit: Oktober 2010 – Juli 2011.
Die neue Straße wurde mit Kreisverkehren an die Amelsbürener Straße und die Meesenstiege angebunden. Bauzeit: Oktober 2010 - Juli 2011.
Entlang der Hansestraße und der Meesenstiege wurden Lärmschutzmaßnahmen realisiert. Am neuen Teilstück der Hansestraße wurde ein zweiteiliger 3,40 Meter hoher Lärmschutzwall gebaut, der in der Mitte und an den Kreisverkehren jeweils durch Wände aus Beton-Elementen mit Klinkerstruktur ergänzt wurde. Abschließend erfolgt im Herbst 2011 die Bepflanzung am Lärmschutzwall entlang der Hansestraße.
An der westlichen Seite der Meesenstiege wurden Lärmschutzwände errichtet. Sie sind am Anschluss Hansestraße 3,40 Meter hoch und laufen auf 2,60 Meter aus.
Die Versorgungsleitungen zum „Hansa-BusinessPark“ führen entlang der Amelsbürener Straße. Als die Leitungen im Boden waren, kam nicht nur Füllboden drauf: Die Amelsbürener Straße wurde zwischen den Kreisverkehren auf einer Seite komplett mit einem gemeinsamen Geh-/Radweg ausgestattet. Er wurde zur Sicherheit durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt. Die Arbeiten wurden parallel zu den Arbeiten an der Hansestraße durchgeführt.
Zwischen Theodor-Storm-Straße und Rückertstraße werden noch Bushaltestellen, Fahrbahn, Geh- und Radweg erneuert.
Zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und der Autobahn 1 entsteht in den nächsten Jahren ein neues Gewerbegebiet: der „Hansa-Business-Park“. Seine Planung reicht
bis in die 1990er-Jahre zurück. Voraussetzung für ein Industriegebiet nord-westlich von Amelsbüren war aber ein neuer Autobahnanschluss. Als das Bundesverkehrsministerium dafür 2006 grünes Licht gab, entschied der Rat der Stadt Münster 2007, das Projekt voranzutreiben.
Mit der Erschließung des insgesamt 56,6 Hektar großen Gebietes hat die Stadt die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) beauftragt. Bereits seit Januar 2010 laufen hier die Erschließungsarbeiten, immer in enger Abstimmung mit den städtischen Ämtern und den beauftragten Planern.
Wenn ein Gewerbegebiet auf der grünen Wiese entsteht, muss ein komplettes Versorgungs- und Abwassersystem angelegt werden. Die Kosten der inneren Erschließung sind Sache der WFM, allein im ersten Bauabschnitt beträgt das Investitionsvolumen 16 Millionen Euro. An Maßnahmen der äußeren Erschließung beteiligt sich die Stadt, schließlich nutzt sie z. B. neue Druckrohrleitungen und kann damit auch das Abwassersystem für Amelsbüren und Hiltrup neu ordnen.
Auch für das Regenwasser musste in Amelsbüren eine neue Lösung her. Der Kanal reichert das Grundwasser für das Wasserwerk Hohe Ward an. Um seine Wasserqualität zu sichern, darf ihm kein Regenwasser mehr zugeführt werden. Über einen neuen Düker – in 17 Meter Tiefe unter dem Kanal – und ein neues Rückhaltebecken wird das Regenwasser in den Emmerbach fließen.
Im ersten Bauabschnitt werden für den „Hansa-BusinessPark“ 35 Hektar Gewerbebauland erschlossen, 2011 stehen den ersten Betrieben Grundstücke zur Verfügung, 2013 wird dann der Autobahnanschluss MS-Hiltrup fertig sein. Dieter Schewetzky von der WFM ist bezüglich der Vermarktung zuversichtlich: „Die äußerst nahe Anbindung an das überregionale Straßennetz schätzen die Unternehmen besonders. Bereits einige Monate vor Fertigstellung der Erschließung konnte die WFM zwei größere Grundstücke
verkaufen, weitere Reservierungen liegen vor.“ Die WFM erwartet hier langfristig ca. 2000 Arbeitsplätze.
Für die Stadtwerke Münster begannen die Arbeiten zur Erschließung des „Hansa-BusinessParks“ schon im vergangenen Jahr. Am Kappenberger Damm, in der Wiedaustraße, in der Hansestraße sowie entlang der Amelsbürener Straße wurden dort, wo es keine gemeinsamen Trassen mit dem Tiefbauamt oder der Wirtschaftsförderung gab, bereits umfangreiche Arbeiten zur Versorgung des neuen Gewerbegebietes durchgeführt.
Arbeiten der Stadtwerke 2010 und 2011:
Innere Erschließung: Verlegung von Gas- und Wasserleitungen sowie Strom- und Informationskabeln.
Verlängerung der Hansestraße: Verlegung von Mittelspannungs-, Info- und Beleuchtungskabeln.
Amelsbürener Straße: Verlegung einer Gashochdruckleitung, einer Wasserleitung sowie von Mittelspannungs-, Niederspannungs- und Infokabeln.
In Teilbereichen der inneren und äußeren Erschließung verlegen die Stadtwerke zusätzlich diverse Kabel und Leerrohre im Auftrag der Telekom sowie der Unity Media.
"Hansa-BusinessPark"
Wirtschaftsförderung Münster, Projektleiter: Dieter Schewetzky, Tel. 02 51/6 86 42-31
Pumpwerke, Druckrohrleitung, Hansestraße
Tiefbauamt, Baustellenverantwortlicher: Karl-Bernhard Holtmann, Tel. 02 51/4 92-69 61
Stadtwerke Münster
Projektleiter: Andreas Beermann, Tel. 02 51/6 94-34 80