Man sieht der Königsstraße an, was sie in den vergangenen Jahren mitgemacht hat. Viele geflickte Stellen, Asphalt neben der Pflasterfläche und eine ziemlich unebene Fahrbahn, die nicht nur für Radfahrerinnen und Radfahrer eine Herausforderung darstellt.
An der Rothenburg ist bereits gut erkennbar, wie die Straße aussehen wird, wenn sie fertig ist. Gepflastert wird mit einem Großpflaster aus Naturstein, das zementgebunden verfugt wird. Damit die Straße besonders stabil ist, wird unter dem Pflaster auf einer Schotterschicht eine Betonschicht aufgebracht. Diese so genannte starre Bauweise sorgt auch dafür, dass die Straße angenehm zu befahren ist und dem Busverkehr standhält.
Doch bevor die Königsstraße neu gepflastert werden kann, ist im Erdreich eine Menge zu tun. Allein 53 Hausanschlüsse für Schmutz- und Regenwasser müssen erneuert werden, fast ebenso viele Leitungen für Straßenabläufe.
Parallel zu den Arbeiten des Tiefbauamtes verlegen die Stadtwerke unter den Gehwegen neue Leitungen für Strom, Gas und Wasser, auch Kabel für die Telekommunikation werden hier eingezogen.
Die Baufirmen arbeiten sich ab März 2011 mit den Kanal- und Versorgungsleitungen in Abschnitten voran, sie beginnen in der Ludgeristraße zwischen Verspoel und Promenade und gleichzeitig am Hötteweg. Für den Durchgangsverkehr ist während der Bauarbeiten genau hier Schluss. Die Königsstraße wird für den Kraftverkehr aus beiden Richtungen zur Sackgasse. Vom Ludgeriplatz aus können Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Lieferverkehr die Straße weiterhin in zwei Richtungen befahren.
Kurzzeitige Einschränkungen an bestimmten Stellen sind möglich. Aus der anderen Richtung ist die Tiefgarage der Münster-Arkaden während der gesamten Bauzeit über die Rothenburg erreichbar. Die Sackgassenregelung gilt übrigens nur für den motorisierten Verkehr, per Rad und zu Fuß sind Durchfahrt bzw. Durchgang frei. Die wichtigste Änderung im Busverkehr betrifft die vier Linien aus Gievenbeck (11, 12, 13, 22): Sie fahren über den Prinzipalmarkt.
...wird während der Bauarbeiten in Sicherheit gebracht.
Die Skulptur „100 Arme der Guan-yin“ auf der Verkehrsinsel auf dem Marienplatz ist ein Kunstwerk der Skulptur.Projekte 1997. Der chinesische Künstler Huang Yong Ping hatte die sechs Meter hohe Skulptur geschaffen.
Zu dem Werk hatte ihn ein Besuch der St. Ludgeri-Kirche inspiriert. Hier wird eine im Zweiten Weltkrieg beschädigte Christusfigur ohne Arme aufbewahrt. Angebracht ist dort die Inschrift „Ich habe keine anderen Hände als die Euren“.
Die künstlerische Antwort darauf kann als tausendarmiger Buddha gedeutet werden oder auch als „Flaschentrockner“. Statt der Kultgeräte des tausendarmigen Guanyin sind hier Alltagsgegenstände
Bei der Planung der Verkehrsführung hat sich durch die Bauarbeiten auf der Rothenburg im vergangenen Jahr eine Menge getan. Ursprünglich sollte auch die Rothenburg nach Abschluss aller Arbeiten wieder für den Durchgangsverkehr frei sein. An der provisorischen Fußgängerzone hatten Geschäftsleute, Kundinnen und Kunden allerdings großen Gefallen gefunden und so lag die Entscheidung der Politik nahe, die Rothenburg für den Durchgangsverkehr zu sperren. Das wirkt sich auch auf die Königsstraße aus. Dort war auf halber Höhe für die Bauzeit bereits ein Wendeplatz eingeplant worden, der wird nun zur festen Einrichtung: Der Verkehr aus Richtung Ludgerikreisel kann künftig auf dem ehemaligen Parkplatz gegenüber der Marievengasse wenden und so bequem wieder aus der Sackgasse herausfahren. Gerade für den Geschäftslieferverkehr ein echter Vorteil.
Offene Baugruben und Straßenzüge bedeuten immer auch Arbeit für die Stadtarchäologie. Diese ist an der Königsstraße, wie schon zuvor an der Rothenburg, baubegleitend dabei. Die Königsstraße ist eine der ältesten Straßen in Münster. Bislang geht man davon aus, dass sie in ihrem jetzigen Verlauf mit dem Anlegen der Stadttore im 12. Jahrhundert entstanden ist. Bei den letzten Grabungen am Kolping- und Picassoplatz wurde eine Hofstelle aus dem 11./12. Jahrhundert gefunden. Bevor also viele Jahre später die Adeligen an der Straße wohnten, waren hier Bauern und Handwerker zu Hause. Die Stadtarchäologen können gespannt sein, ob sie hier noch mehr über die Geschichte der Straße und damit über das Leben in der Altstadt herausfinden.
Während der südliche Teil der Königsstraße erneuert wird, ist sie für den Busverkehr gesperrt.
Das Tiefbauamt beginnt mit den Arbeiten auf der Königsstraße Ende März 2011, geplant ist ihre Fertigstellung für September 2012. Abschließend wird dann noch der Marienplatz neu gepflastert.
Geplanter Bauverlauf:
Tiefbauamt:
Horst Blickensdorf, Tel 02 51/4 92-66 61, blickensdorf@stadt-muenster.de
Stadtwerke Münster:
Carsten Mensing, Tel. 02 51/6 94-34 85, c.mensing@stadtwerke-muenster.de
Die Kanalkamera brachte es zutage. Der 1911 erbaute Mischwasserkanal zwischen Frauen- und Überwasserstraße hatte so viele undichte Stellen, dass eine Sanierung unumgänglich war. Im Sommer wurde mit den Bauarbeiten an der Straße Hindenburgplatz begonnen.
Sobald ein Kanal undicht ist, hat das Problem zwei Seiten: Ungereinigtes Abwasser sickert in den Boden und damit ins Grundwasser, oder das Grundwasser dringt in den Kanal ein und muss teuer mitgereinigt werden. Die alten und undichten Kanäle an der Straße Hindenburgplatz wurden auf einer Länge von rund 135 Metern durch Steinzeugrohre ersetzt. Sie laufen parallel und kreuzend zur Straße und wurden in offener Bauweise erneuert. Die Arbeiten sind seit dem 09.11.2011 abgeschlossen.
Auf der Straße Hindenburgplatz sind täglich fast 30.000 Fahrzeuge unterwegs. Dafür war der Straßenbelag in seiner Substanz nicht mehr ausreichend. Als die Kanalrohre verlegt waren, wurde die Fahrbahn komplett neu hergestellt. Außerdem wurden die Fuß- und Radwege auf der Innenstadtseite saniert. Auch die Bushaltestelle am Hindenburgplatz wurde erneuert und behindertengerecht umgebaut. Die Bus-Wartehalle ist übrigens ebenfalls ein Ergebnis der Skulptur.Projekte 1997. Der dänische Künstler Per Kirkeby baute vor den Schulhof des damaligen Stein-Gymnasiums eine Backsteinskulptur, öffentliches Wartehäuschen und Hofabschluss in einem.
Die Bushaltestellen am Bült werden instandgesetzt. Für die Arbeiten veranschlagt das Tiefbauamt mindestens 15 Arbeitstage. Geplant ist die Maßnahme für die Sommer- oder Herbstferien.
An der Straße Apostelkirche werden die Fahrbahnen instandgesetzt. Sie bekommen eine neue Asphaltschicht. Fünf Tage soll die Maßnahme dauern, gebaut wird voraussichtlich in den Sommerferien.
Der linke Aaseitenkanal musste zwischen Spiegelturm und Haus Humborgweg 3 saniert werden. In das vorhandene Profil wurd ein Inliner eingezogen, der den Kanal von innen abdichtet. Zugleich wurde ein neuer Schachtanschluss im Spiekerhof erstellt. Der Abschnitt von Haus Humborgweg 3 bis 12 wurde außer Betrieb genommen. Die Arbeiten liefen von März bis Juli 2011.
Die Promenade zwischen Windthorststraße und Salzstraße bekommt eine neue Asphaltschicht. Wer mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, kann die Baustelle passieren. Drei Tage werden diese Arbeiten in den Sommerferien voraussichtlich dauern.
Die Fürstenbergstraße bekommt ebenfalls eine neue Asphaltschicht. Teilbereiche müssen komplett erneuert werden. Umfahrungen werden deshalb erforderlich sein. Die Bauzeit wird ca. fünf Wochen betragen. Zurzeit ist auch diese Maßnahme für die Sommerferien vorgesehen.
Bevor auf einer Baustelle die Arbeiten beginnen, sind an Konferenz- und Schreibtischen viele Vorarbeiten notwendig. Aber Unwägbarkeiten gehören bei der Planung jeder Baumaßnahme dazu. Ein Gespräch mit den Fachleuten aus dem Tiefbauamt Horst Blickensdorf und Ulrich Sicking.
Am Hindenburgplatz baut das Tiefbauamt zwischen Sommersend und Münsterland-Giro. Wie planen Sie eine Baustelle, damit das klappt?
Sicking: Bei der Planung geht es zunächst um wirtschaftliche Machbarkeit und den technischen Rahmen, dann erst um die praktische Umsetzung.
Und Großveranstaltungen gehören dazu?
Blickensdorf: Ja, ist der Ablauf geplant, gucken wir, was zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein muss. Auf der Rothenburg zum Beispiel fiel der Marathon in die Bauzeit. Wir haben den Baustellenbereich dann so hergerichtet, dass die Läufer da lang konnten.
Sicking: Wenn klar ist, wie alle Gewerke ineinander greifen, schauen wir uns die möglichen Hindernisse an. Und die werden direkt bei den Ausschreibungen berücksichtigt.
Was lässt sich nicht planen?
Sicking: Bevor wir in die Tiefe gehen, wissen wir nicht, was auf uns zukommt. Bei uns heißt es auch: Vor der Schaufel ist es dunkel. Das können archäologische Funde oder bauliche Hindernisse sein, die nicht vorhersehbar waren. Auch die Bodenverhältnisse können anders sein, als wir sie durch Bodengutachten erwarten, so dass dann z. B. Bauverfahren verändert werden müssen.
Wer kommt bei der Planung einer Maßnahme zusammen?
Blickensdorf: Alle Fachämter und Ordnungsbehörden, Feuerwehr, Polizei, Stadtwerke, Verkehrsbetriebe und natürlich die Anlieger. Es ist immer wichtig, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und sie schon frühzeitig in die Planungen einzubeziehen, auch wenn wir natürlich nicht alle Wünsche berücksichtigen können. Aber wir können die Menschen auf das vorbereiten, was auf sie zukommt. Denn von einer Baustelle zu lesen, die zwei Jahre dauert oder sie vor der Tür zu haben – dazwischen
liegen Welten.
Sicking: Wir stellen alle Infos für die Anlieger zusammen und gehen frühzeitig auf sie zu. So kennen sie von Anfang an ihre Ansprechpartner und das sind nur wenige. damit haben wir in der Innenstadt gute Erfahrungen gemacht.
Blickensdorf: Keine Baustelle, die länger dauert, läuft immer reibungslos. Dann ist es gut, wenn es – wie in der Innenstadt– „Straßensprecher“ gibt und wir so ganz gezielt kommunizieren können.
Wo Leitungen verlegt werden, wird die Straße aufgemacht. Das ist nicht immer Sache des Tiefbauamtes. Für die Versorgungsleitungen für Gas, Strom, Wasser und Fernwärme sind die Stadtwerke zuständig. Wenn erforderlich, stimmen beide ihre Baumaßnahmen aufeinander ab.
Hier verlegen die Stadtwerke 2011 neue Leitungen:
Tiefbauamt
Ludger Niehoff, Tel. 2 51/4 92-66 66, baustellen@stadt-muenster.de
Stadtwerke Münster
Manfred Heinze, Tel. 02 51/6 94-13 13, baustellen@stadtwerke-muenster.de,
www.stadtwerke-muenster.de