Wen darf eine Stadt für sein Lebenswerk durch einen Straßennamen dauerhaft ehren? Auch in Münster müssen Stadtgesellschaft und Politik sich dieser Frage stellen. Es ist zu hinterfragen, ob die Ehrung von Personen aufrecht erhalten werden kann, wenn sich herausstellt, dass der Geehrte das NS-Regime unterstützt und stabilisiert hat. Fraglich kann dies auch erscheinen, wenn neue Geschichtsforschungen zu Erkenntnissen führen, die eine Benennung als nicht mehr angemessen erscheinen lassen.
Im Auftrag des Ältestenrates der Stadt Münster hat sich eine Kommission aufgrund politischer Anträge mit einigen Namensgebern von Straßen befasst. Sie hat dazu Empfehlungen vorgelegt. Der Ältestenrat hat eine Dialog- und Informationsphase bis zur Entscheidung durch die politischen Gremien angeregt. Sie soll

Mit 53 zu 23 Stimmen hat der Rat der Stadt Münster am 21. März 2012 die Umbenennung des Hindenburgplatzes in Schlossplatz entschieden. Informationen zu Antrag und Beschluss
Im Auftrag des Ältestenrates wurde vom 25.01. bis zum 15.02.2012 eine Bürgerumfrage durchgeführt. Im Mittelpunkt stand der grundsätzliche Umgang mit Straßennamen nach Personen, die sich nach Einschätzung der Kommission als Stützen des NS-Regimes erwiesen haben. Eines der Ergebnisse: 48,3 % der Befragten sehen heute keinen Anlass mehr, Hindenburg durch die Namensgebung für den größten Platz Münsters zu ehren, 35 % sprechen sich hingegen für eine weitere Ehrung von Hindenburg aus.
Vom 26. Januar bis zum 16. März war in der Bürgerhalle des Rathauses die Ausstellung "Ehre, wem Ehre gebührt?! - Straßennamen in Münster" zu sehen. Den Besuchern begegneten hier die Namensgeber Karl Wilhelm Jötten, Hans Pfitzner, Ludwig Humborg, Franz Ludwig, Hermann Stehr, Friedrich Castelle, Karl Wagenfeld, Heinrich Lersch, Agnes Miegel, Alfred Stühmer und Paul von Hindenburg als lebensgroße Silhouetten. Informationen zur Ausstellung...