Ehre, wem Ehre gebührt?! Straßennamen in der Diskussion

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Hindenburgplatz

Zur Person Paul von Hindenburg

"Es ist ein Märchen, daß der 84jährige damals
geistig nicht mehr ganz auf der Höhe gewesen sei."
(Hermann Pünder zum 30. Januar 1933)

Empfehlung der Kommission Straßennamen:
Die Kommission hat mehrheitlich empfohlen, den Hindenburgplatz umzubenennen und einen öffentlichen Diskurs anzuregen.


Lebenslauf

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vergrößernPorträt Paul von Hindenburgs, um 1918

(eigentlich Paul von Beneckendorff und von Hindenburg)

* 2. Oktober 1847, Posen
† 2. August 1934, Gut Neudeck (Regierungsbezirk Marienwerder)

Berufssoldat, General der Infanterie

1859-1866: Kadettenausbildung

1866: Eintritt in den Militärdienst

1870/71: Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg

1905: Kommanierender General des IV. Armeekorps in Magdeburg

März 1911: Ruhestand

22.08.1914: Reaktivierung, Oberbefehlshaber der 8. Armee

29.08.1914: Beförderung zum Generaloberst

27.11.1914: Beförderung zum Generalfeldmarschall

29.08.1916: Ernennung zum Chef der (3.) Obersten Heeresleitung (= Chef des Generalstabs des Feldheeres)

25.06.1919: Ruhestand

1925: Wahl zum Reichspräsidenten

1932: Wiederwahl zum Reichspräsidenten


Ehrungen

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vergrößernEhrenbürgerbrief Paul von Hindenburg, 1933

1911: Schwarzer Adlerorden

1./2. September 1914: Orden "Pour le Mérite"

25.03.1918: Stern zum Großkreuz des Eisernen Kreuzes

02.10.1918: Geschenk der Stadt Hannover: Villa in der Seelhorststraße

1927: Geschenk von agrarischen und industriellen Interessenverbänden: Gut Neudeck in Ostpreußen

03.10.1927: Beschluss über Umbenennung des Neuplatzes in Hindenburgplatz

03.04.1933: Beschluss zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft

Ehrenbürger von Münster
In unzähligen deutschen Städten und Gemeinden finden sich Straßenbenennungen und Ehrenbürgerschaften für Paul von Hindenburg. Detmold, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Hamburg oder Koblenz hatten ihn beispielsweise schon bei Vollendung seines 70. Lebensjahres zum Ehrenbürger ernannt. Die Stadt Münster machte ihn nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in der Stadt zusammen mit Adolf Hitler zum Ehrenbürger. In der ersten Sitzung der neu gewälten Stadtverordnetenversammlung am 3. April 1933 lag der entsprechende Antrag vor, der überwiegend von NSDAP-Stadverordneten unterschrieben war.

Der Beschluss zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Hindenburg wurde einstimmig gefasst, wobei drei gewählte SPD-Ratsmitglieder die Sitzung bereits verlassen hatten und der kommunistische Stadtverordnete aufgrund seiner Verhaftung nicht an der Sitzung teilnehmen konnte. Am 19. April 1933 erreichte Hindenburg das Telegramm mit der Benachrichtigung, dass ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen werden solle. Hindenburg bedankte sich am 24. April 1933 und nahm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Münster an.


Quellen und Publikationen

Quellen:
Stadtarchiv Münster, Stadtverordnetenregistratur Nr. 70
Stadtarchiv Münster, Stadtregistratur Fach 19 Nr. 47 (Umbenennung des Neuplatzes)
Stenographischer Bericht über die öffentlichen Verhandlungen des Untersuchungsausschusses, Berlin 1919

Publikationen: (sortiert nach Erscheinungsjahr)

  • Hans-Ulrich Thamer, "Straßennamen in der öffentlichen Diskussion. Der Fall Hindenburg". In: Matthias Frese (Hg.), Fragwürdige Ehrungen!? Straßennamen als Instrument von Geschichtspolitik und Erinnerungskultur, Münster 2012, S. 251-264. (Voraussichtliches Erscheinungsdatum: Februar 2012)
  • Heinrich August Winkler, Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914 – 1945, München 2011.
  • Manfred Nebelin, Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg, München 2011.
  • Ursula Büttner, Weimar – die überforderte Republik 1918 – 1933 (Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, Band 18, hg. von Wolfgang Benz), Stuttgart 2010.
  • Anna von der Goltz, Hindenburg: Power, Myth, and the Rise of the Nazis, Oxford Historical Monographs, Oxford 2009.
  • Gerhard Paul, Der Dolchstoß. Ein Schlüsselbild nationalistischer Erinnerungspolitik, in: ders. (HG), Das Jahrhundert der Bilder. 1900 bis 1914, Göttingen 2009.
  • Wolfram Pyta, Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler, München 2007.
  • Wolfgang J. Mommsen, Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914 – 1918 (Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, Band 17, hg. von Jürgen Kocka), Stuttgart 2002.
  • Heinrich August Winkler, Der lange Weg nach Westen, Erster Band: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik, München 2002.
  • Frithjof Benjamin Schenk, Tannenberg/Grunwald, in: Etienne François, Hagen Schulze (Hg), Deutsche Erinnerungsorte, Bd. 1, München 2001
  • Gerd Krumeich, Die Dolchstoß-Legende, in: Etienne François, Hagen Schulze (Hg), Deutsche Erinnerungsorte, Bd. 1, München 2001.
  • Heinrich August Winkler, Weimar 1918 – 1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, München 1993.
  • Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866 – 1918. Zweiter Band: Machtstaat vor der Demokratie, München 1992.
  • Christian Graf von Krockow, Die Deutschen in ihrem Jahrhundert. 1890 bis 1990, Berlin 1990.
  • Hans Mommsen, Die verspielte Freiheit. Der Weg der Republik von Weimar in den Untergang. 1918 bis 1933, Frankfurt a. M. 1990.
  • Hans-Ulrich Thamer, Verführung und Gewalt. Deutschland 1933 – 1945 (Die Deutschen und ihre Nation, Band 5), Berlin 1986.
  • Hagen Schulze, Weimar. Deutschland 1917 – 1933 (Die Deutschen und ihre Nation, Band 4) Berlin 1982.
  • Werner Conze, Hindenburg, Neue Deutsche Biographie, Neunter Band, Berlin 1972.
  • Peter Graf von Kielmansegg, Deutschland und der Erste Weltkrieg, 1968/1980.
  • Hermann Pünder, Von Preussen nach Europa. Lebenserinnerungen, Stuttgart 1968.
  • Walther Hubatsch, Hindenburg und der Staat. Aus den Papieren des Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten von 1878 bis 1943, Göttingen 1966.
  • Paul von Hindenburg, Aus meinem Leben, Leipzig 1934.
  • Max Hoffmann, Tannenberg wie es wirklich war, Berlin 1926.

Stand: September 2012


 

Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten

Hindenburgplatz

Hausnummern: 24
gemeldete Einwohner: 103

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