Stadt Münster: Homepage des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung

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Verkehrssicherheit

Masterplan und Verkehrssicherheitsprogramm

Verkehrsunfälle bedeuten neben dem menschlichen Leid für die Betroffenen zudem für die Allgemeinheit einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden. Die Verkehrsunfallstatistik des Landes Nordrhein-Westfalen zeigte für Münster für die vergangenen Jahre und insbesondere für 2005 eine sehr schlechte Unfallbilanz. Daraus ergibt sich für die Geamtstadt ein dringender und umfassender Handlungsbedarf. Neue Rahmenbedingungen für die Verkehrssicherheit schaffen der Masterplan Verkehrsunfallprävention 2008 und das Verkehrssicherheitsprogramm 2009-2013 (Beschlussvorlage V/0997/2008 mit der Ergänzungsvorlage V/0997/2008/1).

Die drei Schwerpunkte des Verkehrssicherheitsprogramms sind:

  1. Entschärfung der Unfallhäufungsstellen mit einem straffen Arbeits/- Zeitplan zur Festlegung der Prioritäten.
  2. Stadtweite Revision der Radverkehrsanlagen als „Qualitätsoffensive“ zum Radverkehrsnetz in Münster mit eigenen Planungsleitlinien im Masterplan.
  3. Entwicklung von Sicherheitskampagnen, verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und zum Beispiel auch der Vorschlag für eine bundesweite Konferenz über Strategien, Konzepte und Maßnahmen für mehr Radverkehrssicherheit.


Aufklärungsaktion zu den Gefahren des Toten Winkels

Vorsicht Toter Winkel - Aufkleber für Busse und Lkw

Aufkleber Vorsicht Toter Winkel

Ein zwölfjähriger Junge geriet im Juli 2009 an der Weseler Straße unter die Räder eines abbiegenden Lkw und starb. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres haben sich bereits 123 Abbiegeunfälle ereignet, bei denen 97 weitere Radler verletzt wurden – eine Frau ebenfalls tödlich. Im Verbund mit der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention möchten die städtischen Verkehrsplaner mit der Aktion "Vorsicht Toter Winkel!" noch deutlicher für die Risiken beim Abbiegen sensibilisieren.
"Vermutlich hat der Junge sich im Toten Winkel des Lkw befunden, das heißt dort, wo ihn der Fahrer trotz des Rückspiegels nicht sehen konnte", sagt Stephan Böhme vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung. Mit Aufklebern für Lkw und Busse sowie Plakaten wollen die Verkehrsplaner vor allem Radfahrer in Münster auf die Gefahren dieses Phänomens aufmerksam machen.
Der klassische Fall: Die Ampel springt auf Grün, Lkw und Radler fahren an, der Radfahrer will geradeaus, der Lkw rechts abbiegen. „In dieser Situation kommt es oft zum Konflikt, da der Lkw-Lenker den anderen Verkehrsteilnehmer im Toten Winkel nicht wahrnimmt und im schlimmsten Fall anfährt“, erklärt Stephan Böhme. Oft sei Radfahrern, Fußgängern oder Inline-Skatern gar nicht bewusst, welche Gefahr droht, wenn neben ihnen stehende Großfahrzeuge abbiegen wollen. Zumal ihnen nicht klar sei, wann sie sich im Toten Winkel befinden. „Am sichersten ist, der Radfahrer bleibt hinter dem Fahrzeug“, sagt der Verkehrsexperte. Darüber hinaus sei es ratsam, Blickkontakt zum Fahrzeuglenker aufzunehmen. „Denn wenn ich ihn sehen kann, kann auch er mich sehen.“

Mit Aufklebern, die vor dem Toten Winkel warnen, soll die Gefahr für Leib und Leben der Leezenritter zukünftig entschärft werden. "Sicher fahre ich nur dahinter", lautet der Zusatz auf den Aufklebern, die demnächst auf möglichst vielen Lkw und Bussen hinten rechts – in Augenhöhe der Radler – angebracht werden. Die Abfallwirtschaftsbetriebe und die Stadtwerke mit ihren Bussen haben neben dem städtischen Tiefbauamt bereits zugesagt, ihre Fahrzeuge mit den Aufklebern auszurüsten. Und auch der Verband der deutschen Berufskraftfahrer ist mit im Boot. Die Verbandsvorsitzende Jutta Kaiser-Schröder begrüßt die Aktion. "Für alle, die am Lenkrad Geld verdienen, wäre es eine enorme Entlastung, wenn die Radler sich daran hielten. Jeder Unfall ist einer zuviel. Die Radler sind oft sehr schnell und schwer zu entdecken, aber sie haben keine Knautschzone."



Plakataktion in Schulen und öffentlichen Gebäuden

Zum Pressetermin für die Aktion "Vorsicht Toter Winkel" präsentierte das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung neben dem Aufkleber das Plakat "Wer im Toten Winkel fährt riskiert sein Leben!" für den Aushang in öffentlichen Gebäuden und Schulen. Die Plakate werden an alle Grundschulen, Sonderschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien sowie Berufskollegs und Fachhochschulen, Universität sowie öffentliche Gebäude verteilt. 

Es sollen auf diesem Wege möglichst viele Radfahrer zu ihrer eigenen Sicherheit für dieses Thema sensibilisiert werden. Aber auch die Kraftfahrer sollen sich an das erinnern, was sie in der Fahrschule zum Toten Winkel gelernt haben, und sich nicht auf das verlassen, was sie im Rückspiegel sehen, wenn sie nach rechts abbiegen wollen.


MÜNSTER PASST AUF

Mit der Broschüre "MÜNSTER PASST AUF /09" informiert die Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention über die besonderen Risikobereiche im Straßennetz und über die Hauptunfallursachen und Fehlverhaltensmuster. Es wird dargestellt, mit welchen Maßnahmen Risikobereiche im Stadtgebiet wirksam entschärft oder beseitigt werden können, damit Münster sicherer wird. Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, Münster nicht nur bei der stadt- und umweltverträglichen Mobilität sondern auch bei der Sicherheit im Straßenverkehr nach vorne zu bringen.

Die Broschüre ist kostenlos. Sie können die Broschüre erhalten bei der Münster Information, Heinrich-Brüning-Str. 9 im Stadthaus 1, an der Infotheke im Stadthaus 3 am Albersloher Weg 33, beim ADAC, ADFC, bei den Bezirksverwaltungen und in der Stadtbücherei.


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