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Demografischer Wandel

Foto: Demografischer Wandel

Der Demografische Wandel gilt bereits heute als eine der bedeutendsten Herausforderungen westlicher Gesellschaften. Er ist gekennzeichnet von zurückgehenden Geburtenzahlen, einer ansteigenden Lebenserwartung und von zunehmender Relevanz des Wanderungsverhaltens der Menschen. Kurz gesagt werden unsere Gesellschaften künftig kleiner, älter, bunter und zunehmend weiblich.

Dies führt zu sichtbaren und spürbaren Veränderungen gerade auf der Ebene der Kommunen. Praktisch alle Lebensbereiche werden von diesem "Strukturwandel" erfasst, etwa bei der Nachfrage am Wohnungsmarkt, der technischen und sozialen Infrastruktur, den Kommunalfinanzen, dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und nicht zuletzt der Frage der Integration von Migrantinnen und Migranten.

 

Münster im demografischen Gleichgewicht: attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich!

Das Handlungskonzept „Demografischer Wandel in Münster“ zeigt den Weg (Ratsvorlage V/307/2008)

In der Bevölkerungsentwicklung hat Münster mit nahezu konstant bleibenden Bevölkerungszahlen bis 2015 eine gute Ausgangssituation. Doch der demografische Wandel hat auch Münster bereits erreicht. So stehen kleinräumig betrachtet schrumpfende, stabile und wachsende Quartiere nebeneinander und auch in den Altersgruppen gibt es deutlich unterschiedliche Entwicklungen. Damit wächst die Notwendigkeit in einen gezielten und systematischen Umgang mit dem demografischen Wandel, der nahezu alle Fachbereiche und Zuständigkeiten der kommunalen Verwaltung trifft.

Mit dem vorliegenden Handlungskonzept zum demografischen Wandel wird für die Stadt Münster eine nicht nur methodisch, sondern auch planerisch fundierte und authentische Antwort auf die demografischen Herausforderungen gegeben.

Von dem integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzept  über die demografische Standortbestimmung hin zu einem Leitbild für die demografische Entwicklung der Stadt mit einem abgeleiteten Handlungskatalog, das sind  die Meilensteine, dem demografischen Wandel in Münster aktiv und präventiv zu begegnen.

Auf der Basis des Münster-Profils ‚Wissenschaft und Lebensart’ und der demografischen Biografie wurde das Leitbild erarbeitet, werden Handlungsempfehlungen gegeben, Handlungsaufträge formuliert, werden Kooperations- und Kommunikationsansätze vorgestellt und auch die Instrumente des Monitoring und Controlling definiert. Eine kommunale Strategie, die sich in Münster auf einen integrierten und langfristigen planerischen Ansatz gründet und die zeitlich und inhaltlich verzahnt ist mit der Erarbeitung des Leitbildes Integration und Migration. Damit spiegelt das vorgelegte Handlungskonzept den klassischen Steuerungszyklus einer demografieorientierten Stadtentwicklung wider.

Und das Leitbild Demografie ist authentisch! Münster im demografischen Gleichgewicht! Ein Anspruch, der die gleichgewichtige und gleichzeitige Beachtung der unterschiedlichen Alters- und Bevölkerungsgruppen wie auch Lebensphasen formuliert, und das, um beste Voraussetzungen für eine ausgewogene Entwicklung der Stadtgesellschaft und Bürgerschaft zu bieten. Und auch die Adjektive attraktiv, generationengerecht und partnerschaftlich sind auszufüllen: mit der Positionierung als starke Stadt in einer wachsenden Region, über ein solidarisches Miteinander der Generationen und der Gestaltung des demografischen Wandels gemeinsam mit den bürgerschaftlichen Akteuren und regionalen Partnern.

Das Handlungskonzept bietet die zentrale Basis, um  in den kommenden Jahren die Stabilisierung  der Zuzüge, die Bindung der Studierenden an die Stadt und die Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort zu forcieren. Nach Innen gerichtet ist, die besondere Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der Quartiere zu lenken. Rückläufigen Geburtenzahlen und deutlichen Rückgängen in den Altersgruppen der unter 10-jährigen steht ein deutliches Anwachsen der Altersgruppe der über 70-jährigen gegenüber. Diese Entwicklung verläuft kleinräumig unterschiedlich und führt damit auch zu langfristig unterschiedlichen Entwicklungen einzelner Stadtteile und Quartiere.

Deutlicher Handlungsbedarf wird insbesondere für die Innenstadtentwicklung gesehen. Während 1990 noch 124 000 Personen im Stadtbezirk Mitte wohnten, ging diese Zahl bis 2005 bereits auf 113 216 Personen zurück und der Rückgang hält an: Die kleinräumige Prognose der Stadt Münster geht davon aus, dass die Bevölkerung in der Innenstadt von 2005 bis 2015 um 6 890 Personen und damit um 6,1 Prozent sinken wird. Hier gilt es gezielt anzusetzen, um die Innenstadt auch als attraktiven Wohnstandort weiter zu positionieren. Die Nähe von Arbeiten, Wohnen und Einkaufen ist interessant und wichtig für alle Altersgruppen und für alle Lebensphasen. Und auch die Quartierssicherung und Quartiersentwicklung stehen im Fokus der demografieorientierten Stadt- und Stadtteilentwicklung, und das insbesondere unter dem Aspekt der Bereitstellung generationengerechter Wohnformen und der Sicherung des Altwerdens im Quartier.

Dass die Stadt die Herausforderungen des demografischen Wandels nicht allein bewältigen kann, liegt auf der Hand. Nur gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren der Stadtgesellschaft, mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit Vereinen, Verbänden und Unternehmen ist es möglich, die Entwicklung zu lenken. Aber auch der Austausch mit den Kommunen in der Stadtregion und mit anderen kommunalen Netzwerken ist notwendig.  In diesem Kontext versteht sich die Stadt Münster auch als Moderator und Koordinator, und dieses insbesondere nach außen, um lokale Akteure zusammenzubringen, Diskussionsprozesse zu initiieren, zu bündeln und die verschiedenen Interessen zusammenzuführen. Verschiedene öffentliche Veranstaltungen werden hier die geeignete Plattform bieten.

Das Handlungskonzept zum demografischen Wandel wurde am 18.06.2008 in den Rat der Stadt Münster eingebracht. Auf Wunsch der im Rat vertretenen Fraktionen fand zunächst das Auftakt-Hearing am 30.10.2008 mit ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Hieran schloss sich eine umfangreiche parlamentarische Beratung an, die mit dem Beschluss des Handlungskonzeptes im Rat am 10.12.2008 endete.

In den abschließenden Beschluss des Rates zum Handlungskonzept sind abweichende Beschlussvorschläge aus den Vorberatungen und ein im Rat gestellter Änderungsantrag eingeflossen. Der Beschluss des Rates zum Handlungskonzept „Demografischer Wandel in Münster“ ist dem Auszug aus der Sitzungsniederschrift zu entnehmen. Eine bürgerorientierte Aufbereitung des Handlungskonzeptes und der Ergebnisse des Auftakt-Hearings einschließlich des abschließenden Ratsbeschlusses ist zurzeit in Bearbeitung.

Daher werden unter weiterführenden Informationen folgende Unterlagen zum Download angeboten: Ratsvorlage zum Handlungskonzept „Demografischer Wandel in Münster (mit Kurzfassung, Langfassung, Tabellenanhang), Ergänzungsvorlage zum Handlungskonzept mit der Niederschrift des Auftakt-Hearings am 30.10.2008, Auszug aus der Niederschrift der 35. Sitzung des Rates am 10.12.2008 mit Beschluss des Rates zum Handlungskonzept „Demografischer Wandel in Münster“.
 


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