Das Handlungsprogramm Wohnen ist das Rahmenkonzept der Stadt Münster zur Wohnungs- und Baulandpolitik. Es ist von der Arbeitsgruppe Wohnen erarbeitet und erstmalig im Jahr 1993 beschlossen worden. Aufgabe des HPW ist es, die Ziele und Positionen der Stadt in der Bauland- und Wohnungspolitik festzulegen und die städtischen Aktivitäten zur Umsetzung der Ziele zu bündeln. Mit der 1. Fortschreibung des HPW vom 25.06.1997 ist die Verwaltung beauftragt worden, in dreijährigen Abständen über die Programmabwicklung zu berichten und ggf. auf notwendige Programmkorrekturen hinzuweisen.
Im September 2005 hat der Rat der Stadt Münster einstimmig die 3. Fortschreibung des Handlungsprogramms Wohnen beschlossen, mit der die „Strategische Wohnstandortentwicklung“ als neues Handlungsfeld der städtischen Wohnungs- und Baulandpolitik positioniert wurde. Die Strategische Wohnstandortentwicklung strebt an, den Wohnungsmarkt in Münster zu einem fördernden Faktor der Einwohnerentwicklung zu machen. Zielgruppe der strategischen Wohnstandortentwicklung sind alle Bewohner der Stadt, die Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Standorten und Wohnalternativen haben. Für diese Personen sind innerhalb der Stadt attraktive, nachfragegerechte Angebote zu schaffen. Das neue Handlungsfeld soll die sozialpolitisch motivierte Wohnungspolitik der Stadt ergänzen und den Wohnungsmarkt zu einem fördernden Faktor für die Einwohnerentwicklung machen.
Die mit dem demografischen Wandel einhergehende Nachfrageentwicklung verlangt sowohl nach einer qualitativen Anpassung der Wohnungsbestände als auch nach einer vermehrten Bereitstellung von Wohnungen in städtischen Strukturen. Neben der Baulandentwicklung wird die Bestandsentwicklung als die wichtigste Teilstrategie der strategischen Wohnstandortentwicklung herausgearbeitet. In der Bestandsentwicklung wird langfristig der Schlüssel zum Erfolg des Wohnstandortes Münster gesehen. Die Bestandsentwicklung verlangt ein Zusammenwirken der Marktakteure im Rahmen integrativer quartiersbezogener Strategien.
Mit der 3. Fortschreibung des Handlungsprogramms Wohnen wird aber auch nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Handlungsspielräume der sozialen Wohnungsversorgung sich voraussichtlich spürbar verengen. Während der Kreis der zu versorgenden Personen größer wird, schrumpft die Zahl der sozial gebundenen Wohnungsangebote.