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Variantenuntersuchung für den Neubau der Prozessionsweg-Brücke

Bericht:

Ebenso wie andere Kanalbrücken im Bereich der DEK-Stadtstrecke Münster (vgl. Vorlage V/0554/2007) muss auch die Prozessionsweg-Brücke im Zuge des Kanalausbaus mit einer größeren Stützweite (künftig ca. 82 m gegenüber heute ca. 77 m) und einer größeren Durchfahrtshöhe (künftig 5,25 m gegenüber heute 4,45 m) für die Schifffahrt neu gebaut werden.

Am 08.11.2007 tagte der Arbeitskreis Brückengestaltung bei der Wasser-und Schifffahrtsdirektion (WSD) West, um aus den Entwürfen dreier renommierter Architektur-und Ingenieurbüros seine Vorzugsvariante für den Neubau der Prozessionsweg-Brücke auszuwählen. An dieser Sitzung des AK Brückengestaltung haben in beratender Funktion auch ein Vertreter des Vorstandes der Kirchengemeinde St. Mauritz, welche Eigentümerin des Prozessionsweges ist, sowie ein von diesem hinzugezogener fachlicher Berater teilgenommen.

Der Bauträger der neuen Brücke, das Wasser-und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine, hatte in den zugrunde gelegten Ausschreibungsunterlagen nach vorheriger Abstimmung mit der Stadt Münster nicht nur technische Daten für die neue Brückenkonstruktion, sondern auch Vorgaben für die architektonische Gestaltung und die landschaftsgerechte Einbindung der Brücke formuliert.1 So sollten die Rampen mit ihren Alleen auf beiden Uferseiten trotz der neuen Abmessungen in Lage und Bewuchs möglichst erhalten bleiben. Gestalterisch sollte die neue Fußgängerbrücke in ihrer Funktion als Solitärbauwerk (einzige reine Fußwegbrücke innerhalb der Stadtstrecke Münster) leicht zu erkennen sein.

Insgesamt wurden dem AK Brückengestaltung, dem neben Vertretern der Wasser-und Schifffahrtsverwaltung und der Stadt Münster auch zwei Mitglieder des städtischen Gestaltungsbeirats angehörten, 9 unterschiedliche Varianten durch die 3 beauftragten Arbeitsgemeinschaften aus Ingenieuren und Architekten vorgestellt (Anlage2).

Als Ergebnis dieses Auswahlverfahrens wurde von den Mitgliedern des AK Brückengestaltung einstimmig empfohlen, den Entwurf der Variante 1 der Arbeitsgemeinschaft (ArGe) PLASS INGENIEURE, Berlin, und KEIPKE, DIPL.-ING. ARCHITEKT BDA, Rostock, zur Grundlage für die weitere Ausführungsplanung für den Neubau der Prozessionsweg-Brücke zu machen.

Der Entwurf überzeugt nicht nur konstruktiv, sondern trägt auch der kulturhistorischen Bedeutung des Prozessionsweges und der Brücke Rechnung. Der Entwurf sieht eine schlanke und eher schlichte Trogbrücke mit zu den Ufern hin asymmetrisch verlaufenden ansteigenden Brückenrändern vor, deren ca. 2,5 cm bis 3 cm starken Seitenwände aus Stahl mittels Laser-Schnitt-Technik unregelmäßig durchbrochen werden. Hierdurch gewinnen die Seitenwände an Transparenz. Eine auf jeder Seite einmalige punktuelle Farbglasgestaltung der Seitenwände in den liturgischen Farben kann den religiösen Bezug der Prozessionsweg-Brücke noch verstärken, ist jedoch nicht zwingend.

Die landschaftspflegerische Vorgabe zum Erhalt der Rampen mit ihren Alleen kann zumindest bei der westlichen, der Stadt zugewandten Brückenrampe erfüllt werden. Die Vorstellung aller vorgelegten Variantenentwürfe der 3 beauftragten Arbeitsgemeinschaften hat jedoch deutlich gemacht, dass es keine sinnvolle Lösung dafür gibt, um auch die vorhandenen Bäume auf der östlichen Rampenseite (stadtauswärts) zu erhalten. Alle Teilnehmer der o. a. AK-Sitzung waren sich jedoch darin einig, dass im Zuge des Kanalausbaus die gesamte DEK-Ostuferseite landschaftspflegerisch neu gestaltet werden muss, wobei auch der heutige Allee-Charakter auf der östlichen Brückenrampe auf jeden Fall zeitnah durch die Neuanpflanzung entsprechend hochstämmiger Bäume wieder hergestellt werden muss.

Die Verwaltung empfiehlt den zuständigen Gremien der Stadt Münster, entsprechend dem einstimmigen Votum des AK Brückengestaltung vom 08.11.2007, den Entwurf der Variante 1 der ArGe PLASS & KEIPKE zur Grundlage für die weitere Ausführungsplanung für den Neubau der Prozessionsweg-Brücke zu machen. Noch zu bearbeitende Detailfragen zu dem Entwurf, z. B. hinsichtlich des Anbringens bzw. der Führung des Geländers oder zur Installation einer Wegebeleuchtung, werden im Rahmen der nachfolgenden Ausführungsplanung auf Arbeitsebene im AK Brückengestaltung geklärt.
I. V.
gez.
Schultheiß Stadtdirektor

 


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