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Turmhügelburg Haskenau - Infotafel 2

Wo erst Bauern und dann Ritter wohnten

Die Haskenau war über die Jahrhunderte immer wieder Ziel von "Schatzgräbern", die mit ihren Grabungen vieles zerstört haben. Darunter litten auch die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen, die 1936 durchgeführt wurden. Gleichwohl entdeckte Helmut Schoppa wichtige Hinweise auf die Zeit vor der Entstehung der Burg. In der Schüttung des inneren Walles fand er Keramik aus dem 8.-9. Jahrhundert. Direkt an der Innenseite des äußeren Befestigungsringes wurde ein älterer Spitzgraben erfasst, den auf der Innenseite eine Palisade begleitete.

Die Rekonstruktion zeigt, wie sich im 8.-9. Jahrhundert Spitzgraben und Palisade schützend um eine Siedlung im flachen Gelände legen, bevor im 12. Jahrhundert Ritter Hermann hier seinen befestigten Adelssitz errichtete.


Der von Johann Heinrich Schmedding gezeichnete Plan der Haskenau von 1918

Spitzgraben und Palisade schützten wahrscheinlich eine ländliche Siedlung oder große bäuerliche Hofanlage, die im flachen Gelände lag. Wer dort wohnte und wem sie gehörte, geht aus den Schriftquellen nicht hervor. Denkbar ist, dass die Anlage zur
Grundausstattung des bischöflichen Besitzes im 8.-9. Jahrhundert gehörte. Denkbar ist auch, dass sie einer anderen Grundherrschaft zu Eigen war und erst später vom Domkapitel erworben wurde.
Spätestens mit der Errichtung der Turmhügelburg im 12. Jahrhundert durch Ritter Hermann I. wurde diese befestigte Siedlung aufgegeben. Die Nachfahren Hermanns I. verkauften 1324 die Burg zurück an das Domkapitel, das die Anlage nicht weiter betrieb, sondern verfallen ließ.

Der von Johann Heinrich Schmedding gezeichnete Plan der Haskenau von 1918 lässt erkennen, wie breit der äußere Befestigungsring war. Er bestand aus zwei Wällen und zwei Gräben. An der Innenseite des äußeren Walles lag der ältere Spitzgraben mit Palisade.

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