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Turmhügelburg Haskenau - Infotafel 1

Gut geschützt zwischen Wällen und Wasser

In die Zeit des Ritters Hermann I. von Münster führen die gut erhaltenen Befestigungsanlagen der Turmhügelburg (im Volksmund: Wallburg) Haskenau. Dieser Ministeriale war im 12. Jahrhundert mit dem wichtigsten Wirtschaftshof des Domkapitels zu Münster belehnt, dem Brockhof, dem zahlreiche Unterhöfe zugeordnet waren. Der Hof war die Grundlage für den ökonomischen und sozialen Aufstieg, der es ihm schließlich erlaubte, eine eigene Burg zu bauen. Zur Burganlage gehörten verschiedene Wirtschaftseinrichtungen: eine Mühle, eine Fischerei und ein Hagen, ein für die Forstwirtschaft und die Schweinehaltung genutztes Waldstück.

Die nebenstehende Rekonstruktion zeigt, wie die Burganlage der Haskenau im Mittelalter aussah. Gut erkennbar sind die schützenden Wälle und Flussläufe sowie der Wehrturm auf dem Hügel im Hintergrund. Zu sehen sind auch die Wirtschaftsgebäude in der Vorburg, die der Versorgung der Burgbewohner dienten.


Der von Johann Heinrich Schmedding gezeichnete Plan der Haskenau von 1918

Die insgesamt mehr als 2,5 ha große Anlage nutzte geschickt den Winkel zwischen Werse und dem heutigen Ems-Altarm als natürlichen Schutz. Nur im Süden und Westen mussten Wälle und Gräben angelegt werden. Die Gräben führten kein Wasser. Lediglich der Graben, der den Turmhügel umgab, war bei hohem Wasserstand wahrscheinlich feucht und sumpfig.
Die Wälle ragten im Mittelalter deutlich höher auf als heute. Sie waren für einen Angreifer nur schwer zu überwindende Hindernisse. Auf dem Turmhügel, der sich ganz im Nordwesten auf einer Hochterrasse an der Einmündung der Werse in die Ems erhebt, stand das Wohngebäude.

Der von Johann Heinrich Schmedding gezeichnete Plan der Haskenau von 1918 zeigt auch die unmittelbare Umgebung der Burganlage. Eingetragen in den Plan sind das alte Emsbett im Norden der Burg und die Angabe, dass über die Werse bis 1900 ein "Schemm", ein Holzsteg, geführt hat.

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