Stadt Münster - Partnerstädte: Geschichte der Städtepartnerschaften

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Zu Besuch bei Freunden - eine Rundreise durch Münsters Partnerstädte

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Amt des Rates und des Oberbürgermeisters
Team für Auslandsbeziehungen
Stadthaus 1, Klemensstr. 10
48143 Münster



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Geschichte der münsterschen Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften sind Schüleraustausch und Verwaltungshilfe, Hochschulstipendien und Sportwettkämpfe, Kulturprojekte und Sozialinitiativen, Stippvisiten und Freundschaften. Auch Münsters neun Partnerschaften zu Städten innerhalb und außerhalb Europas leben von der Begegnung zwischen Menschen, die Offenheit, Neugier und Interesse für die Partnerstadt, ihre Sprache, ihre Kultur, ihre Einwohnerinnen und Einwohner mitbringen.
Doch so zufällig die Partnerschaftspunkte auf der Landkarte auch wirken, so scheinbar willkürlich die fremden Paare dabei aufeinander treffen - Städtepartnerschaften sind immer auch Spiegel der Geschichte.
Die Geschichte dieser Partnerschaften beginnt in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, auch in Münster. 1957 knüpft das britische York die ersten Bande zu der Westfalenmetropole. Orléans aus dem benachbarten Frankreich ist die zweite Stadt, die 1960 mit Münster eine Partnerschaftsurkunde unterzeichnet.


Versöhnung nach dem Krieg

Die meisten der heute rund 4000 Partnerschaften deutscher Städte und Gemeinden entstehen in den 50er und 60er Jahren, viele der ersten sind deutsch-britische. Ehemalige Kriegsgegner reichen sich vorsichtig die Hände. Ihre Ziele heißen Versöhnung, Verständigung und Friedenssicherung. Die Wunden, die der Krieg geschlagen hat, sind tief. Misstrauen und Vorurteile lassen sich nicht in ein, zwei Besuchen ausräumen. Auch Norwegen hat unter den deutschen Kriegsgrausamkeiten gelitten. 1967 geht Kristiansand als erste norwegische Stadt auf eine Kommune in Deutschland zu - Münster. Bis die deutsche Stadt eine israelische zu ihren Schwestern zählen kann, werden weitere 14 Jahre vergehen (1981: Rishon Le-Zion).
Von Anfang an spielen Jugend- und Kulturaustausch sowie die sportliche Begegnung in den Partnerschaften eine große Rolle. Und das bleibt auch so, als sich schon in den 60er Jahren die Leitidee der Städtepartnerschaften "Versöhnung und Verständigung" weiterentwickelt zur "Europäischen Integration". Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) als Vorläufer der heutigen Europäischen Union (EU) weiß um die Vermittlerfunktion der Gemeinden zwischen Bürger und Staat. Die Städte gelten als Ausgangspunkt für soziale, kulturelle und politische Veränderungen.


Neue Themen im Miteinander

Ab den 70er Jahren intensivieren die kommunalen Verwaltungen ihren Einsatz in den Partnerschaften. Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaftsförderung sind wesentliche Handlungsfelder, die auch Münster besetzt. 1970 wird es für sein Engagement vom Europarat mit der "Europa-Flagge" ausgezeichnet. Dabei hat es im Sinne der Völkerverständigung die europäischen Grenzen schon ein Jahr zuvor überschritten, als es die Partnerschaft mit dem tunesischen Monastir besiegelte. 1986 wird das kalifornische Fresno hinzukommen. Nicht nur europäische, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte erzählt die Partnerschaft zum französischen Beaugency: Ursprünglich mit der eigenständigen Gemeinde Hiltrup eingegangen, wird sie als Partnerschaft des Stadtbezirks Münster-Hiltrup in den Kreis der Partnerstädte aufgenommen, als Hiltrup im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 ein Teil Münsters wird.


Geographischer Richtungswechsel

In den 80er Jahren öffnen sich nach dem Ende des Kalten Krieges die Länder Osteuropas. Die Idee der Städtepartnerschaften in Westeuropa erfährt einen geographischen Richtungswechsel. Deutschland selbst erlebt diesen politischen Wandel in historischer Dimension: Seit dem Zweiten Weltkrieg geteilt in Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik wächst es zu einem Land zusammen.
Erst jetzt, 1990, kann Münster die schon länger gewünschte deutsch-deutsche Städtefreundschaft verwirklichen mit Mühlhausen in Thüringen.
Münsters jüngste Partnerschaften schließlich - mit Rjasan in Russland (1989) und Lublin in Polen (1991) - sind Beleg für die jetzt mögliche europäische Entwicklung, der sich auch Münster nicht entziehen kann und will.
Mit Aufbau- und Verwaltungshilfe und vor allem mit humanitärer Hilfe begleiten die Münsteraner die Reformprozesse in ihren neuen Partnerstädten.
Mit jeder neuen Begegnung beweisen die Menschen in Münster und in den Partnerstädten ihre Bereitschaft zur Verständigung, ihre Fähigkeit zur Toleranz. Das Vertrauen untereinander wächst mit den Freundschaften, und die werden nicht mehr nur zwischen jeweils zwei Städten geschlossen. Aus dem solidarischen und vor allem herzlichen Miteinander sind unter den elf Städten inzwischen schon zwei "Dreiecksbeziehungen" erwachsen: Münster-Orléans-Kristiansand sowie Münster-Lublin-Rishon Le-Zion.