Bürger, Bauern und Gelehrte


  
Wäschewaschen im Stadtgraben

Handwerker
Wäschewaschen im Stadtgraben, Handwerker, Kalendarium der Domuhr, um 1540 (Bildnachweis)

  
Ob die Gesandten der europäischen Großmächte, die sich im Jahre 1643 zu den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück einfanden, wohl eine Vorstellung davon hatten, was sie in den beiden westfälischen Kongreßstädten erwartete? Was für einen Menschenschlag, was für Mentalitäten oder welche (Un-)Sitten und Gebräuche würden sie wohl antreffen? Mit Sicherheit dürfte Münster während dieser Zeit für ein paar Überraschungen gut gewesen sein, schließlich prallten doch deutliche Gegensätze auf engstem Raume aufeinander: hier die reichen Kaufleute, die selbstbewußten Ratsherren und die dank der alten Domschule und des jungen Jesuitenkollegs bemerkenswert gebildeten Bürgersöhne der Stadt; daneben die Gildehandwerker und Karnevalsbruderschaften, die für ihre ausschweifenden Feiern und Fastnachten bekannt waren, und die beträchtliche Anzahl an (das Stadtbild ebenso prägenden) Ackerbürgern, die regelmäßig ihre Schweine durch die Innenstadt trieben. Über die münsterischen Damenmoden und das seltsame Schwarzbrot schließlich dürften die feinen Herren und Damen der europäischen Fürstenhöfe erst recht gestaunt haben.

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