Dicke Luft im Klassenzimmer
Da können die Kinder noch so motiviert, die Lehrkraft noch so kreativ sein - je länger die Köpfe im Klassenzimmer rauchen, desto schlechter wird die Luft. Denn: Jeder Mensch atmet permanent Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. So kommen schon beim Sitzen pro Kopf und Stunde bis zu 20 Liter CO 2 zusammen. Da muss es nicht an Lehrstoff und Lehrmethoden liegen, wenn Schülerinnen und Schüler mit der Zeit unkonzentriert und müde werden. Steigt der CO 2-Gehalt im Raum, sinken die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Auch die Nase wird geruchsempfindlicher. Ab einer CO 2-Konzentration von 1000 ppm fühlen sich viele Menschen schon nicht mehr wohl in einem Raum. Im Laufe eines Unterrichtsvormittags wurde die CO 2-Konzentration in einem Klassenraum gemessen. Sie steigt stetig an auf Werte zwischen 1000 und 2000ppm. Nach jedem Lüften sinken die Werte aber auf ca. 500 ppm ab.
Unsichtbare Störenfriede
Und nicht nur CO 2 belastet die Luft im Klassenzimmer. Auch Geruchsstoffe, leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe und Feinstäube beeinträchtigen das Raumklima, wird nicht richtig gelüftet. Die muss man gar nicht alle einzeln messen. Der CO 2-Gehalt ist ein guter Indikator für die Gesamt-Belastung der Luft. Mit richtiger Lüftung sind auch diese anderen Stoffe gut aus dem Innenraum zu entfernen.
Frische Luft für klare Köpfe
Was tun? Häufig und richtig lüften.
Und das geht so:
Lüftungszeiten:
Querlüften, d. h. gegenüberliegende Fenster und Türen öffnen:
im Sommer 7 Minuten pro Stunde, im Winter 3 Minuten pro Stunde
Stoßlüften, d. h. Fenster komplett öffnen:
im Sommer 15 Minuten pro Stunde, im Winter 5 Minuten pro Stunde
Ja, aber ...
So einleuchtend die Vorteile gesunder Luft auch sind - nicht selten bleibt das Lüften im Alltag auf der Strecke.
Sie wollen es genau wissen?
Das Gesundheitsamt verleiht ein CO 2-Messgerät an Schulen für ihre Projektarbeit. Bitte einfach vorab telefonisch melden.
Fragen zum Gerät und zum Thema insgesamt beantwortet beim Gesundheitsamt die Abteilung Infektionsschutz und Umwelthygiene: Tel. 02 51/4 92-53 33,
Kirsten Schenck-de Boer, Tel. 4 92-53 39
Dorothee Schumacher-Boysen, Tel. 492-53 32
Dr. Rainer Neumann, Tel. 4 92-53 34