Denkmalschutz und Denkmalpflege

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Denkmalschutz und Denkmalpflege

Wohnen auf dem Land

Münster ist flächenmäßig eine der größten Städte in Nordrhein-Westfalen. Dörfliche Strukturen und Hofanlagen prägen noch heute das Umland, aber der Strukturwandel in der Landwirtschaft führt zu immer größeren Leerständen.

Was macht man mit Speicher, Scheune und Bauernhaus, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Man wohnt darin. Was besonders reizvoll sein kann, wenn der Bauernhof ein Denkmal ist.

Außenansicht Hof Pröbsting Außenansicht Hof PröbstingInnenansicht Hof Pröbsting

Hof Pröbsting

Ab Beginn des 19. Jahrhunderts verbringen die Münsteraner ihren freien Sonntag an idyllischen Orten auf dem Land. Die Bauern nutzen ihre Chance und bewirten die Ausflügler. Der Kaminraum wird zum Gastzimmer, die Scheune zum Festsaal. In großen neuen Sälen werden Tausende von Besuchern bewirtet, gerade auch in Handorf.

Hof Pröbsting in der Nähe der Werse ist ein Beispiel dafür.
Das alte Fachwerk-Bauernhaus wird in den 1920er-Jahren um zwei Säle erweitert, die Scheune zu einem Veranstaltungsraum. Speicher und Stall vervollständigen das Hofbild. Nach und nach müssen Landwirtschaft und Kaffeewirtschaft aber aufgegeben werden. Was nun? Kann man den Hof trotzdem erhalten? Man kann, indem man daraus eine zeitgemäße Wohnanlage macht. 2007 ziehen die neuen Eigentümer in die insgesamt neun Wohnungen ein.

Außenansicht Haus Möllenbeck Historische Ansicht Haus Möllenbeck

Haus Möllenbeck

Nicht nur Bauernhöfe, sondern auch eine Vielzahl adeliger Landgüter prägen Münsters Außenbezirke.
Hier gibt es keinen einheitlichen Bautyp, jeder Bauherr gestaltete sein Haus nach seinen Bedürfnissen.

Haus Möllenbeck beispielsweise wird 1713 von den Familien von der Tinnen und von Ketteler gebaut. Ungewöhnlich sind die zwei fast baugleichen Flügel, jeder mit einem hohen Saal. Rund 100 Jahre später wurde aus dem Landsitz ein Bauernhof, in die beiden Säle zogen das Vieh und der Pächter ein.

Im Jahre 2002 beginnt ein neues Zeitalter auf Haus Möllenbeck. Ein Saal ist heute Domizil für Pferde. Im zweiten wurden spätere Einbauten entfernt und ein Wohnraum eingerichtet. Die Fassaden sind bis heute Spiegelbild der Baugeschichte: Saalfenster und Tennentore wechseln sich ab. Auffällig ist das aufwändig gestaltete Allianzwappen der Erbauerfamilien über der Eingangstür.

Auch im Stall und in der Fachwerk-Scheune entstanden inzwischen Wohnungen. Auf Haus Möllenbeck ist der alte Geist des herrschaftlichen Wohnens auf dem Lande neu erwacht.

Kötterhaus

Neben den großen Bauernhöfen gibt es auch in Münster noch viele Kötterhäuser, meist nur ein Gebäude mit Stall und Wohnraum unter einem Dach. Kötterhäuser wurden oft mit preisgünstigen und wiederverwendeten Materialien gebaut. Das macht es häufig schwierig, die alte Bausubstanz zu erhalten.

Dieses kleine massive Kötterhaus in Coerde wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und in den 1990er-Jahren restauriert und instandgesetzt. Die Tenne ist heute das Wohnzimmer, in den seitlichen Ställen befinden sich kleine Zimmer. Man sieht: Auch in kleinsten Hofgebäuden kann man sich beschaulich und bequem einrichten, wie manche Speicher und Kötterhaus zeigen.