Denkmalschutz und Denkmalpflege

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Denkmalschutz und Denkmalpflege

Von wegen "nur Schrott" - Technische Denkmäler

Denkmal, da sehen viele geschwungenen Stuck, schmucke Fassaden, prachtvolle Geländer oder auch solides Fachwerk. Doch Ruß geschwärzte Wände, verrostete Maschinen und halb verfallene Schlote – das ist doch nur noch Schrott, oder?

Mitnichten: Technische Denkmäler reden ihre eigene Sprache. Sie zeugen von den Verhältnissen der Arbeitswelt, von der materiellen Kultur unserer Vorfahren.

Aber während alte Bauernhöfe und Gründerzeitvillen noch relativ leicht neue Liebhaber und Nutzer finden, ist es bei alten Fabriken und technischen Anlagen ungleich schwerer, ihren Erhalt zu sichern.
Denken Sie nur an so spezialisierte Anlagen wie den Gasometer oder die Kanalüberführung.

Speicher am Hafen

Ein positives Beispiel für eine gelungene Umnutzung ist jedoch der ehemalige Getreidespeicher der Westfälischen Central-Genossenschaft. 1889 – zur Eröffnung des Hafens – in Betrieb genommen, wurde er bis in die späten 1990er Jahre genutzt.
Er gehört zu den wenigen noch erhaltenen Bauten aus der Frühzeit des Hafens. Der wuchtige Ziegelbau ist charakteristisch für die historistische Industriearchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Heute präsentiert er sich als „Kunst-Gewerbe-Speicher“. Bei der rücksichtsvollen Sanierung konnte der offene Charakter mit Holzdecken und Gußeisenstützen bewahrt werden.

Es ist erstaunlich wie viel Licht durch die nur original großen Korbbogenfenster fällt.

Die Umnutzung dieses Speichers war gewissermaßen die Initialzündung zur heutigen Entwicklung des Hafens als sogenannten „Kreativ-Kai“.

Wasserturm im Geistviertel

Ein technisches Denkmal „reinsten Wassers“ ist der fast 60 m hohe Wasserturm im Geistviertel. Schon von weitem als städtebauliche Sichtmarke erkennbar, wirkt der wuchtige neuromanische Werkstein-Turm mit Zinnenkranz wie der Wehrturm einer Burganlage.

Als Teil der münsterschen Wasserversorgung 1900 bis 1903 errichtet, galt er als einer der größten Wassertürme Deutschlands. Mit dem Einbau eines sogenannten „Intze-Behälters“ war er auf dem neusten Stand der damaligen Wasserbautechnik.

Diese Technik gewährleistet – natürlich mit technischer und hygienischer „Ertüchtigung“ –, dass der Wasserturm noch heute seine ursprüngliche Funktion erfüllt!
Zwar musste 1996 die Werkstein-Umankerung, auch aus statischer Sicht, äußerst kompliziert saniert werden. Doch heute ist der Turm so wie er auf uns wirkt – eine feste Burg.

Unterhalb des Kessels mit 2,5 Millionen Liter Wasser liegt sicher eine der ungewöhnlichsten Wohnungen Münsters: die ehemalige Hausmeisterwohnung. Sie wurde gerade renoviert und vermietet.

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