Archäologie

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Stadtarchäologie - ein weites Feld

Die Stadtarchäologie erforscht die Geschichte einer Stadt quer durch alle Epochen. Dabei zeigt sich das Forschungsobjekt über die Jahrhunderte äußerst wandelbar, ob in Größe, Funktion oder Gestalt. Bedenkt man, dass das Umfeld einer Stadt auch immer noch etwas zu ihrer Bedeutung und Rolle zu erzählen hat, ist die Stadtarchäologie im wahrsten Sinne des Wortes „ein weites Feld“.

In Münster legt sie einen klaren Schwerpunkt auf den mittelalterlichen Stadtkern. Einerseits weil es hier die meisten Bodendenkmäler gibt, andererseits – ganz pragmatisch – weil hier am meisten gebaut wird.

Jedes Dreieck eine Ausgrabung - Von 2001 bis 2008 war die Stadtärchäologie an diesen Stellen im historischen Stadtkern Münsters aktiv.

Ein Bauherr, der im Bereich eines Bodendenkmals sein Bauvorhaben realisieren will, muss eine archäologische Untersuchung durchführen lassen. Je nach Objekt kann das großflächig geschehen und schon weit im Vorfeld oder nur punktuell und baubegleitend.

In welchem Umfang gegraben und dokumentiert werden muss, hängt von drei Faktoren ab:

In der Stadtarchäologie Münster treffen Bauherren und Investoren auf eine erfahrene Partnerin, die nicht nur die Bedürfnisse der Historie kennt, sondern auch die aktuellen Erfordernisse einer Baustelle. Sie berät zum Umgang mit dem Bodendenkmal. Sie kalkuliert, organisiert und führt die Grabungen mit ihrem Team durch.

Die Erfahrung zeigt: Wird die Stadtarchäologie frühzeitig eingebunden, kann das Bauvorhaben selbst ohne Verzögerungen realisiert werden. Dazu gehört viel Fingerspitzengefühl und Flexibilität, vor allem aber auch ein erfahrenes Grabungsteam, das jederzeit eingesetzt werden kann.

Baustelle: An der Windthorststraße wurde 2007 das Gebäude der ehemaligen Schulaufsicht des Regierungspräsidiums abgerissen.

Es muss nicht immer die Flächengrabung sein: Auch Baustellenbeobachtungen und Schnelleinsätze können wichtige Erkenntnisse bringen, so z. B. an der Windthorststraße, wo im Herbst 2007 das Gebäude der ehemaligen Schulaufsicht des Regierungspräsidiums abgebrochen wurde. Unter dem alten Baubestand fanden sich Reste einer Hofstelle aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Damit hatte niemand gerechnet.

Flächengrabung an der Königsstraße

Je größer die Fläche ist, desto mehr Erkenntnisse bietet sie in der Regel auch, wenn die Erhaltungsbedingungen denn gut sind. Unversehrte Grundrisse und andere Hinterlassenschaften jedweden Alters geben tiefe Einblick in die bauliche Entwicklung der Stadt, z. B. an der Königsstraße, wo die Stadtarchäologie in den Jahren 2005, 2006 und 2007 gut 2.500 Quadratmeter und zehn Grundstücke untersuchte. Die Anfänge der Besieldung liegen hier im 11. Jahrhundert in einem Bauerhof.

Das Grabungsteam von Münster-Handorf

Die Grabungsmannschaft von Münster-Handorf: gut gelaunt und ganz entspannt nach getaner Arbeit. Der Kreisgraben, der den Mitte des 2. Jahrtausends angelegten Grabhügel an der Lützowstraße umgab, ist freigelegt und fotofertig.

Der Ist-Zustand wird fachmännisch dokumentiert.

Wenn schon, denn schon
Bei allem historischen Bewusstsein, Willen und Wert – nicht alle Bodendenkmäler kann man erhalten. Gerade im Stadtkern, wo die baulichen Veränderungen enorm sind, muss manchmal auch ihre Zerstörung hingenommen werden. Wenn dies aber unumgänglich ist, dann muss der Ist-Zustand vorab fachmännisch dokumentiert werden. So schreibt es das Denkmalschutzgesetz vor.