Denkmalschutz und Denkmalpflege

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Denkmalschutz und Denkmalpflege

Vom Exerzierplatz zur Spielfläche - Die Lincoln-Kaserne

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Münster eine der größten Garnisonsstädte Deutschlands mit 33 Kasernen, in denen amerikanische, britische, holländische und deutsche Truppen untergebracht waren. Doch durch den Entspannungsprozess zwischen Ost und West wurden viele Kasernen überflüssig. Sogleich stellte sich die Frage: Was tun mit den militärischen Einrichtungen, die über ein Jahrhundert die Stadtentwicklung mit geformt hatten? Was tun zum Beispiel mit der Lincoln-Kaserne?

1913 wurde mit dem Bau der Kaserne für das Infanterieregiment 13 an der Grevener Straße begonnen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg fertig gestellt war sie seinerzeit – in Konzeption und Gebäudesubstanz – eine der modernsten Anlagen. Grund genug, sie auch als Baudenkmal zu „adeln“.

Kreativität gefragt

Im Herbst 1995 beschließt der Rat ein „Städtebauliches Strukturkonzept für die Lincoln-Kaserne“. Das Ziel: Aus der Kaserne soll ein attraktives Wohnviertel werden. Mit der Umsetzung wird das städtische Unternehmen „Wohn- und Stadtbau“ beauftragt.

Schon im April 1996 skizzieren in einer offenen „Entwurfswerkstatt“ fünf Architekturbüros im Wettbewerb städtebauliche Konzeptionen. An den drei Tagen sind auch Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Wohnen an der Gasselstiege“ beteiligt.

Die denkmalgeschützte Bausubstanz bildet das städtebauliche Grundgerüst, ergänzt um Neubauten auf den Freiflächen. Das Miteinander historischer Bauten und moderner Wohnbebauung ist eine der wesentlichen Entwicklungschancen des Quartiers.

Die beste Lösung für dieses Miteinander findet nach Ansicht der Jury der Däne Prof. Carsten Lorenzen. Sein Konzept: ein eigenständiges, verdichtetes Wohnquartier auf den ehemaligen Freiflächen, das ein breiter Grünzug mit Spielflächen von der denkmalgeschützten Bebauung absetzt.
Aus den riesigen Schlafsälen der Kaserne sind attraktive Wohnungen geworden – mit Balkon. Einen ganz anderen Wohnstil bieten die neuen Reihenhäuser. Ein Mix, der ganz unterschiedliche Menschen motiviert, miteinander an der Gasselstiege zu leben.

Die Lincoln-Kaserne zeigt: Denkmalschutz ist eben nicht nur die vernünftige Nutzung vorhandener Gebäude – er kann auch Architekten und Planer zu kreativen Lösungen provozieren.

Fassadendetail im Lincoln-Quartier.Spielplatz im Lincoln-Quartier.Ein Bauschild weist auf das Großvorhaben hin: Im Lincoln-Quartier entstehen 44 Eigentumswohnungen.

AUSZEICHNUNGEN

Bauherrenpreis Modernisierung 1999.
Besondere Anerkennung für das Projekt „Umnutzung eines ehemaligen Kasernengebäudes zu Eigentumswohnungen“

Auslober: Arbeitsgruppe KOOPERATION des GdW Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen, des Bundes Deutscher Architekten BDA und des deutschen Städtetages

Stadtbildwettbewerb 2000.
Die schönsten Wohnhäuser in Münster

Auslober: Oberbürgermeister der Stadt Münster

„Modernisierung im Bestand“,
Preis für das Lincoln-Quartier

Auslober: sternstadt, eine Aktion von stern und Schwäbisch Hall

Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW 2000 für das Objekt „Wohnen an der Gasselstiege“
Auslober: Ministerium für Bauen und Wohnen des Landes NRW und der Architektenkammer NRW