Münsters Stadt- und Marktkirche St. Lamberti ist ein wahrer Touristenmagnet, schon allein durch die städtebaulich dominante Lage – als nördlicher Raumabschluss des Prinzipalmarktes.
Die Ursprungskirche stammt wahrscheinlich aus der Zeit kurz nach dem Jahre 1000. Die heutige Kirche wurde zwischen 1375 und 1450 errichtet, vom Turm einmal abgesehen, doch dazu später mehr. Reiche Bürger ließen sich die gotische Kirche bauen, mitten in ihr Handelszentrum zwischen Roggenmarkt, Fischmarkt und Salzstraße (die Namen deuten noch auf ihren Ursprung hin). Sie gilt als die schönste und größte Pfarrkirche der Stadt und zugleich als reifste Ausprägung eines spätgotischen Hallenbaus in Westfalen.
Eine Hallenkirche, wie sie seinerzeit in dieser Region üblich war, weist drei gleich hohe Schiffe auf. Das Mittelschiff mündet in einem zweijochigen Chor mit fünfseitigem Chorschluss.


Von 2000 bis 2006/2007 wurde die Lambertikirche gründlich saniert und restauriert. Allein das Dach mit seinen 1600 qm bekam 22.000 neue Tonpfannen in drei verschiedenen Farben, exklusiv für St. Lamberti zusammengestellt und alle zur Sturmsicherung miteinander verklammert!
Eine handwerkliche Herausforderung und bei dem sehr steilen, hohen Dach auch nicht ungefährlich – Fangnetze waren ein Muss.
Um Decken und Wände – äußerst sensibel – zu reinigen, musste der Innenraum aufwändig (und teuer!) eingerüstet werden. Zur Auffrischung wurde anschließend Anstrich und auch Blattgold aufgetragen.
Zudem erschallt das hohe Lied zur Ehre Gottes nun wieder mit vollem Klang: 3.500 Pfeifen der Orgel wurden ausgebaut, gereinigt, neu intoniert und gestimmt.