Stadtgestaltung

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Stadtgestaltung

Geschichte "zu Fuß" erleben

Ein wesentliches Merkmal Münsters wird in der Regel mit Füßen getreten: das Kopfsteinpflaster. Im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, wurden die wichtigsten Straßen und Plätze in der Altstadt in Anlehnung an das historische Vorbild wiederhergestellt, dabei unverzichtbar: das typische Pflaster.

Die charakteristischen Naturstein-Flächen sind bei Münsters Gästen beliebt und gehören für Münsteraner zu „ihrer“ Stadt.

Das Kopfsteinpflaster macht Münsters gewachsene Struktur als authentische Ergänzung zu den historischen Gebäuden erlebbar. Die engen Gassen mit glatten Platten, die Bögen des Prinzipalmarktes vor grauem Asphalt – undenkbar.

Grundsätzlich bleiben Groß- und Kleinpflaster aus Natursteinen den historischenStraßen und Plätzen vorbehalten, können aber in besonderen städtebaulichen Situationen auch bewusst gestaltend eingesetzt werden, wie z. B. auf neu gestalteten Plätzen in Ergänzung zum Betonsteinpflaster.

Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im historischen Altstadtkern nicht nur Häuser, sondern auch das Pflaster nach den im Krieg zerstörten Vorbildern wieder hergestellt. Aus dem Stadtbild beispielsweise nicht mehr wegzudenken ist das „Kaiserpflaster“ des Prinzipalmarktes. Es wurde zum Kaiserbesuch 1907 hier und auf 14 anderen Straßen mit rotbraunem Granit angelegt. Die Steine stammen aus Rixö an der Westküste von Mittelschweden. Großes handwerkliches Können war gefragt, um sie 1948/1949 zu verlegen.

Trotz seiner historischen Bedeutung wird auch das Pflaster aktuellen Bedürfnissen behutsam angepasst. So wurde nach Kanalbauarbeiten nicht nur das Kopfsteinpflaster neu verlegt, sondern am Alten Steinweg auch eine Furt mit glatten Steinen angelegt, die eine Überquerung der Straße mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen erleichtert.

Kunststeine - preiswert und kreativ

Naturstein ist teuer und so suchte die Industrie einen Ersatz: Heute gibt es Betonsteine in jeder Form und Farbe. Sie lassen sich maschinell verlegen und sind auch in Münster oft zu sehen, ob als quadratische Platten auf Bürgersteigen oder im kleineren Format auf Wegen durch Grünflächen, wo sie mit gebrochenen Kanten an Naturstein erinnern sollen.

Das Straßenpflaster am Drubbel stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert

Straßenpflaster aus dem 13. und 14. Jahrhundert am Drubbel, entdeckt von den Archäologen bei den Ausgrabungen 2002. Einfache, dicht verlegte Feldsteine, in den Zwischenräumen finden sich noch Knochenabfälle.

Rot-braunes und schwarz-graues Ziegelpflaster kennzeichnet die Schafgasse.

In der Schafgasse, nahe dem Rosenplatz, entdecken aufmerksame Augen im heutigen Pflaster auf rund 15 m rot-braunes bis schwarz-graues Ziegelpflaster – aus dem 18. Jahrhundert. Die Steine verlaufen quer zur ehemaligen Gasse und wurden wegen der größeren Festigkeit in Packlage verlegt, so dass die Längsseiten der Ziegelsteine als Nutzfläche erscheinen.

Kopfsteinpflaster

Ein Spiel aus Licht und Schatten zwischen Fuge und gewölbtem Stein, abwechslungsreich und lebendig – das macht die Schönheit des Kopfsteinpflasters aus.

Grundriss mit Geschichte
Münsters charakteristischer Altstadt-Grundriss wird geprägt durch: Domplatz, den angrenzenden Straßenzug aus Rothenburg, Prinzipalmarkt, Drubbel, Roggenmarkt, Bogenstraße und Spiekerhof sowie durch die Radialstraßen (Salzstraße, Alter Fischmarkt u. a.), die den alten Handelswegen folgen.

Pflaster-Farben:
rötlich / braun (Porphyr, schwedischer Granit), graugrün (Melaphyr), mittelgrau (Grauwacke), anthrazit (Basalt), hellgrau (Granit)...