"Ein Bürgerhaushalt für Münster" - Unter diesem Titel stand eine Veranstaltung am 29. April 2010, an der rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben. Nach einer kurzen Einführung durch Stadtkämmerin Helga Bickeböller hielt der Politikwissenschaftler Dr. Carsten Herzberg einen informativen Vortrag. Herzberg, der am Centre Marc Bloch, einem deutsch-französischen Forschungsinstitut in Berlin arbeitet, stellte die Anfänge von Bürgerhaushalten in Südamerika dar. Anschließend berichtete er über die Entwicklung in Europa und speziell in Deutschland. Dabei ging er auch auf die unterschiedlichen Modelle von Bürgerhaushalten ein.
Welche Chancen bietet ein Bürgerhaushalt für eine Stadt? Lohnt sich ein Bürgerhaushalt auch bei knapper Kassenlage? Worauf ist zu achten, wenn Bürgerbeteiligung eine positive Wirkung haben soll? Solche und ähnliche Fragen beantwortete Dr. Herzberg in seinem Vortrag, bevor mit den teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern diskutiert wurde. In der Diskussion wurde deutlich, dass für den Prozess des Bürgerhaushalts Transparenz besonders wichtig ist. Sinnvoll scheint es auch zu sein, unterschiedliche Formen der Beteiligung zu nutzen (z. B. Bürgerversammlungen, Internet, etc.). Auch kritische Aspekte wurden angesprochen: Wie geht man mit auftretenden Konflikten im Prozess um? Soll sich der Bürgerhaushalt eher mit "globalen" Fragen beschäftigen oder stärker auch Detailfragen behandeln? Wie kann die Akzeptanz für einen Bürgerhaushalt erhöht werden?
In dem gut zweistündigen Austausch von Informationen, Meinungen und Diskussionspunkten konnten selbstverständlich noch nicht alle Details eines Bürgerhaushalts beleuchtet werden. Aber eines wurde deutlich: Ein Bürgerhaushalt bietet die Chance, unterschiedliche bürgerschaftliche Interessen zusammenzuführen und die Bürgerinnen und Bürger auch in Fragen städtischer Finanzen und zu Haushaltsschwerpunkten einzubeziehen.
Seitenanfang
Diese Seite bookmarken bei...