Die Stadt Münster ist um 793 gegründet worden. Die frühesten Wurzeln des Stadtarchivs reichen bis in die mittelalterliche Zeit zurück. In der „Schriverie“, der Ratsschreibstube, im Rathaus werden in Truhen und Schränken wichtige rechtserhebliche Dokumente aufbewahrt. Hier ist gleichzeitig auch das Stadtarchiv.
Münster erleidet einen zweiten Verlust wichtiger Dokumente. Die Täufer verbrennen fast alle Akten, Urkunden, Ratsprotokolle und Stadtrechnungen. Mehrere Tage lang soll das Feuer vor dem Rathaus gebrannt haben. Übrig bleibt nur das Schriftgut des Stiftungsarchivs, das nicht im Rathaus gelagert worden war. Die älteste noch im Stadtarchiv erhaltene Urkunde von 1184 stammt aus diesem Bestand.
Umzug des Archivs in den Schmiedeturm, der zum Rathaus gehörte. Die Stadtsekretäre Henrich und Bernhard Holland legen ein erstes Bestandsverzeichnis an.
Das Archiv hat vor allem verwaltungsinterne Funktionen: Lagerung von Schriftstücken von rechtlicher Bedeutung und von Unterlagen des Rates. Der Zugang zum Archiv im Rathaus ist nur dem Stadtsyndikus und dem Stadtsekretär gestattet.
Mit der Einstellung eines nebenamtlich tätigen Stadtarchivars beginnt allmählich die Öffnung des Archivs, zunächst nur für wissenschaftliche Forschungen. Als nebenamtliche Archivare sind Dr. Adolf Hechelmann, ab 1874 Dr. Heinrich Geisberg, ab 1895 Dr. Otto Hellinghaus und ab 1899 Dr. Viktor Huyskens tätig.
Das Stadtarchiv erhält mit Dr. Eduard Schulte den ersten hauptamtlichen Stadtarchivar.
Aufgrund der Zerstörungsgefahr während des Zweiten Weltkriegs werden die Archivbestände nach Schloss Wöbbel im Weserbergland ausgelagert und überstehen die Kriegszeit weitgehend unbeschadet. Kriegsbedingte Verluste entstehen bei den in den einzelnen Gebäuden der Stadtverwaltung gelagerten Schriftgutbeständen.
Die Archivbestände werden nach Münster zurückgeholt und in einigen Räumen im Krameramtshaus am Alten Steinweg untergebracht.
Das Stadtarchiv zieht in das umgebaute Lotharinger Kloster an der Hörsterstraße. Weitere Außenlager wechseln sich im Laufe der Zeit ab: Hafenstraße, Uppenberg-Schule, Firma Waltermann, Alter Steinweg, Gebäude an der Eisenbahnstraße, ab 1988 Dürerstraße 9, in den 1990er Jahren das Leprosenhaus in Kinderhaus, ab 2000 die Villa ten Hompel, zwischenzeitlich auch Luftschutzbunker an der Lotharingerstraße und der Ottostraße.
Das komplette Stadtarchiv wird aus drei Standorten in der Innenstadt in einen ehemaligen Speicher in der Speicherstadt in Münster-Coerde verlagert.
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
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