M e d i a l e  O r t e
ORTUNGEN '97

    Die Neuen Medien sind in aller Munde.

    Graphik- und bildorientierte Datenautobahnen, das Internet und die allerorts entstehenden "Digitalen Städte" sind die jüngsten Erscheinungsformen dieser computergestützten Technologien. Ihre allumfassende Dynamik stellt die Gesellschaft vor neue Herausforderungen.

    Die Neuen Medien erweitern und verändern Wahrnehmung und Vorstellung von Raum. Bildschirm-Fenster öffnen durch Software künstlich erzeugte Räume, die nicht mehr lokalisierbar, nicht mehr ortbar sind. Die Zwischenstationen einer Reise, die Bewegung von Ort zu Ort, jeder anschauliche Fixpunkt für die Wahrnehmung von Raum und Zeit fällt weg. Virtuelle Räume sind Zwischenräume aus Rechnern und Kabeln, in denen kodierte Daten als Strom- und Lichteinheiten pulsieren: Ortlose Räume in den Datennetzen, Orte, die nur noch in der Vorstellung existieren.

    Durch die multimediale Netzwelt des Internet erschließen sich neue öffentliche Foren für Kommunikation und Interaktion. Die elektronischen Marktplätze und Cafés der digitalen Städte sind virtuelle Räume einer Öffentlichkeit außerhalb der Straßen, Plätze und Treffpunkte in den Städten selbst. Das Internet wird zum virtuellen Bewegungsraum eines von Körperlichkeit befreiten Diskurses, einer Öffentlichkeit ohne Bewegung im öffentlichen Raum.

    Vom Ort selbst bleibt nichts als seine gedankliche Negation, der Nichtort, die Ortlosigkeit virtueller Räume.


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