-> große KarteIn der Zeit von April bis September 1997 wurde der mit diktatorischen Mitteln regierende Staatspräsident der Demokratischen Republik Kongo (vorher: Zaire), Mobutu, in einem Bürgerkrieg militärisch besiegt und durch Laurent Kabila, den langjährigen Anführer einer Guerillatruppe, abgelöst. Eine wichtige Rolle in diesem Konflikt spielen die Ereignisse in Ruanda. Die dortigen Massaker von Hutus an Tutsis und die erfolgreiche Gegenaktion der Tutsis führten zu einer Vertreibung von 2 Millionen Hutus (Schätzung) besonders nach dem Kongo. Die Flüchtlingscamps wurden zu wichtigen Rekrutierungs- und Versorgungsbasen der Hutu-Milizen. Daraufhin bewaffneten sich die Banyamulenge, ein seit langem im Kongo ansässiger Tutsi-Volksstamm. Als die Regierung Mobutu versuchte, die Banyamulenge nach Ruanda und Burundi zu vertreiben, verbündeten sie sich mit den Rebellen um Laurent Kabila. Dieses Zweckbündnis sehr unterschiedlicher politischer Interessen schuf die nötige militärische Stärke für den Sturz des Diktators Mobutu. Im Laufe dieser Entwicklung kam es zu Massakern an Flüchtlingen mit einer nicht bekannten Zahl von Toten sowie zu schweren Menschenrechtsverletzungen durch alle Konfliktbeteiligten.
   Derzeit halten Kämpfe im Land zwischen verschiedenen Truppen- und Milizteilen an. Die Regierung Kabila konnte sich dabei nur mit Hilfe von Truppen anderer afrikanischer Länder an der Macht halten. Die Banyamulenge bilden aber weiterhin den zentralen Machtfaktor im Nordosten des Landes.
  Die Industriestaaten haben seit Jahrzehnten ein starkes Interesse an der Ausbeutung der reichen Rohstoffvorkommen. Sie wirken daher in unterschiedlicher Weise auf die Konfliktparteien ein.