Der
Konflikt in Ost-Timor ist in hohem Maße ein Ergebnis verfehlter Entkolonialisierungspolitik.
Während Indonesien 1949 von der Kolonialmacht Niederlande in die Selbständigkeit
entlassen wurde, blieb Timor zunächst eine portugiesische Kolonie. 1976
wurde Timor mit Waffengewalt von Indonesien annektiert. Seitdem wird
in Ost-Timor ein grausamer Krieg zwischen timoresischer Guerilla und
indonesischen Besatzungstruppen geführt.
Die Reaktionen der internationalen Staatengemeinschaft
auf die Besetzung und den Besatzungskrieg sind bis heute äußerst schwach
geblieben und vor allem formaler Art (keine völkerrechtliche Anerkennung).
Gegenüber der strategischen und wirtschaftlichen Bedeutung Indonesiens
wird das Gewicht des Konfliktes in Ost-Timor als zu gering eingeschätzt,
um wirkungsvolle Maßnahme gegen die völkerrechtswidrige Besetzung zu
ergreifen. Experten sind sich darin einig, daß die Zahl der Opfer unter
der timoresischen Bevölkerung sehr hoch ist. Ein Ende ist nicht absehbar.
Auch die nach dem Sturz des Suharto-Regimes neugebildete indonesische
Regierung scheint in der Ost-Timor Frage keine Änderung ihrer bisherigen
Besatzungspolitik vorzunehmen.
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