Der
Staat Bosnien wurde 1992 aus einem Bundesland des ehemaligen Jugoslawien
gebildet. Seitdem wird ein erbitterter Bürgerkrieg um die Vorherrschaft
bzw. eine Teilung des Landes zwischen kroatischer, serbischer und muslimischer
Bevölkerung geführt. Im Verlaufe dieses Bürgerkrieges kam es durch alle
beteiligten Konfliktparteien zu Massakern und schweren Menschenrechtsverletzungen.
Erst ein massives Aufgebot von UN-Truppen konnte eine Beendigung zumindest
der militärischen Form der Auseinandersetzung herbeiführen. Der Konflikt
und insbesondere die brutale Behandlung der jeweils anderen Zivilbevölkerung
läßt sich nicht verstehen ohne Kenntnisse über die verschiedenen historischen
Konfliktlinien, die sich in dieser Region überlagern und verstärken
und auch in kleinen Teilgebieten die bittere Feindschaft unter der Bevölkerung
begründen. Zudem existieren sowohl in Kroatien wie in Serbien starke
politische Strömungen, die auf die Annexion von Gebietsteilen Bosniens
gerichtet sind.
In Bosnien und der Herzegowina kommt es derzeit nicht zu
offenen Kriegshandlungen der Konfliktparteien. Die Spannungen zwischen
Bosniaken, Kroaten und Serben halten allerdings weiter an. Es ist daher
unvorhersehbar, ob sie nach einem Abzug der UN-Truppen wieder zu einem
bewaffneten Konflikt eskalieren würden. Die Bundesrepublik Deutschland
ist in besonderem Maße in diesen Konflikt eingebunden, da mehreren hunderttausend
Bürgerkriegsflüchtlingen Aufenthalt gewährt wurde.
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