Dimensionen

Westfälischer Friede: Toleranz, Föderalismus, Völkerrecht



Die welthistorische Bedeutung des Friedensschlusses von Münster und Osnabrück läßt sich mit drei Begriffen umfassen, die heute Allgemeingut sind, am 24. Oktober 1648 aber in ihrer Bedeutung und ihrem Ausmaß radikal neu waren.


Toleranz:

Nach dreißigjährigem Glaubenskrieg in Europa werden die drei Konfessionen - Katholizismus, Luthertum und Calvinismus - als gleichberechtigte Konfessionen anerkannt. Eine wesentliche Voraussetzung für religiöse Toleranz ist geschaffen.


Föderalismus:

Während sich in vielen Ländern Europas zentralistische Einheitsstaaten bilden, schafft der Westfälische Friede mit der neugeordneten Reichsverfassung die Voraussetzungen für föderale, gleichberechtigte Strukturen. Die Mitglieder des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation - die geistlichen und weltlichen Kurfürsten und Fürsten, die sonstigen adeligen Territorialherren und die Reichsstädte - erhalten weitgehend staatliche Hoheitsrechte und sogar das Bündnisrecht mit auswärtigen Mächten. Das Teilen von Macht und Verantwortung unter gleichberechtigten Partnern wird als elementare Chance für langfristigen Frieden erkannt.


Völkerrecht:

Erstmals in der Geschichte des europäischen Kontinents wird eine Konfliktlösung nicht durch Waffengewalt, sondern auf dem Verhandlungswege erreicht. Das Völkerrecht ist geboren. Von nun an gibt es nicht mehr die gottgewollte Einheit des christlichen Abendlandes mit Kaiser und Papst an der Spitze, sondern die auf Vereinbarung und Völkerrecht beruhende Ordnung prinzipiell gleichberechtigter Staaten.


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