Königlich-franz.
Gesandte

Abel Servien,
Comte de la Roche des Aubiers


(1593 - 12. Februar 1659) Entstammt dem Beamtenadel und studiert die Rechte. Er wird 1618 Staatsrat und geht 1624 nach Paris, wo er von Kardinal Richelieu gefördert wird.
Ab 1628 ist er im diplomatischen Dienst. Ab 1630 erwirbt er als außerordentlicher Gesandter in Italien Verdienste.
1636 fällt er bei Richelieu in Ungnade. Er ist Vertrauter des Kardinals und neuen Staatsministers (ab 1642) Mazarin.
Servien kommt am 5. April 1644 nach Münster, um D'Avaux zu kontrollieren und einen Friedensschluß mit Spanien zu verhindern.
Er wohnt an der Neubrückenstraße gegenüber der Martinikirche, hält sich aber häufig und lange auch in Osnabrück und Den Haag auf. Er führt ein etwas kleineres Haus als die anderen französischen Gesandten.
Servien läßt soviel Wein über die Niederlande nach Münster einführen, daß die Holländer glauben, er wolle damit handeln und ihn mit Zöllen belegen.
1645 wird Servien zum Staatsrat ernannt und nach seiner Rückkehr 1649 zum Minister.