Friedens Lob und Krieges Leidgesang

    Des Krieges Handlungen sind übel ausgeschlagen;
    Laßt einen Friedensschluß das Unglück weiterjagen!
    Es werde ferner nicht Neid, Grimm und Groll erlaubt,
    Gewütet und getobt, geschunden und geraubt!
    Hegt Friede, weil ihr könnt, eh euer Reich verblüht,
    Daß ihr nicht, wann ihr wollt, wann alles jammrig sieht
    Und auf der Grube geht, nicht könnet Friede machen!
    Habt ihr nicht lieber Ruh bei wohlbestallten Sachen,
    Als bei verletzter Macht? Was ich hier kurz geklagt,
    Ist Bösen gar zu viel, den Guten genug gesagt.
    Eilt, daß ihr den Verstand zum Nutzen noch gebrauchet,
    Eh dann Europa ganz, das goldne Land, verrauchet!
    Ach, glaubt mir, einmal sich erretten von den Kriegen,
    Ist mehr, als tausendmal unüberwindlich siegen.

    Andreas Scultetus, 1641