Der Westfälische Friede

Einzug des Gesandten Adriaen Pauw
Einzug des Gesandten Adriaen Pauw
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Allegorie auf Hugo Grotius und den Westfälischen Frieden
Allegorie auf Hugo Grotius und den Westfälischen Frieden
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Als am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück die Abschlußverträge des Westfälischen Friedens unterzeichnet wurden, ging ein Krieg zuende, der in 30 Jahren die deutsche Bevölkerung um fast 40 Prozent dezimiert hatte.

In diesem Friedensvertrag wurden die alten Rechte der Reichsstände wiederhergestellt und die Gebietsabtretungen des deutschen Kaisers an Frankreich und Schweden, der zukünftige Konfessionsstand und die neuen Zuständigkeiten der Reichsorgane im Reich festgelegt.

Der Kaiser verlor an Macht, Kurfürsten und Fürsten traten gleichberechtigt neben ihn. Die Fürsten bekamen das Recht, untereinander und mit auswärtigen Mächten Bündnisse nach eigenem Gutdünken zu schließen. Die kaiserliche Außenpolitik wurde an die Zustimmung des Reichstages gebunden. Im Reichstag traten die Reichsstädte fortan als dritte Kurie mit Sitz und Stimme an die Seite der Fürsten und Kurfürsten.

In der konfessionellen Regelung des Westfälischen Friedens findet sich ein Grundsatz, der sich bis in unsere Zeit hinein auswirkt. Der alte Satz "Cuius regio, eius religio" (wes Gebiet, des Bekenntnis) legte fest, daß die Bevölkerung den Glauben des Herrschers zu teilen hatte. Jetzt bekam er eine wichtige Erweiterung: Die konfessionelle Situation und die Besitzstandssituation der geistlichen Besitztümer wurden auf ein "Normaljahr" bezogen und eingefroren. Seit diesem Jahr, 1624, hat sich in der Verteilung der Konfessionen in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert kaum etwas verändert. Religiöse Streitigkeiten wurden in der Folge auf den Reichstagen von den corpus catholicorum und evangelicorum, den konfessionellen Körperschaften, auf diplomatischem Parkett ausgetragen.

Der Friedensvertrag bestätigte Frankreich den Besitz der Bistümer Metz, Toul und Verdun. Von Habsburg bekam es dazu die Landgrafschaften Ober- und Unterelsaß, den Sundgau und die Landvogtsrechte über 10 elsässische Reichsstädte. Weiter fielen die Festungen Breisach und Pinerolo und das Besatzungsrecht in Philippsburg (b. Bruchsal) an Frankreich.

Schwedens Kriegsgewinn waren die Insel Usedom, Rügen und Wollin, Vorpommern mit der Odermündung und Stettin, die Stadt Wismar und die Stifte Bremen und Verden/Aller als Reichslehen mit Sitz und Stimme auf dem Reichstag. Als Reparationszahlung mußten die Reichskreise 5 Millionen Reichstaler aufbringen.

Brandenburg wurden die Bistümer Cammin, Minden und Halberstadt sowie Hinterpommern und die Anwartschaft auf das Fürstentum Magdeburg zugesprochen. Mecklenburg bekam für Wismar die Bistümer Schwerin und Ratzeburg, Sachsen konnte die Lausitzen behalten. Hessen-Kassel wurde mit der Abtei Hersfeld und der Grafschaft Schaumburg bedacht.

Bayern behielt die Oberpfalz und die pfälzische Kurwürde, aber die Rheinpfalz wurde samt einer neuen, der achten Kurwürde an den Sohn Friedrichs V., Karl Ludwig zurückgegeben.

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