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4. Mai 1998

Open-Air-Spektakel PAX verwandelte Münsters Innenstadt in Theaterbühne

Schauspieler zogen auf fahrbaren Bühnen quer durch die Stadt

Auf fahrbaren Bühnen zogen die Schauspieler durch die Stadt.Das Open-Air-Spektakel "PAX" verwandelte Münsters Innenstadt am 2. und 3. Mai in eine einzige große Theaterbühne mit rund 250 Schauspielern, Musikanten und Akrobaten. Fast 10 000 Zuschauer folgten dem Troß, der auf fahrbaren Bühnen und Großobjekten quer durch die Stadt zog. Die effektvolle Inszenierung zum Thema Krieg und Frieden hatte die Theatergruppe "Titanick" in Kooperation mit der Compagnie Off aus Frankreich, dem Theater am Pumpenhaus und unterstützt von Symphonieorchestern und Chören auf die Beine gestellt. Finanziert wurde das Projekt zum Friedensjubiläum von der Stadt Münster, dem Ministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes NRW und der Sparkasse Münster.

Aus dem Nichts tauchten lehmverschmierte Erdmenschen auf.Bei Anbruch der Dunkelheit ging das zweieinhalbstündige Spektakel los: Aus dem Nichts tauchen auf dem Servatiiplatz lehmverschmierte Erdmenschen auf. Drei weiße Frauen - ein Symbol für Europa - weisen ihnen unter sphärischem Gesang den Weg zur Zivilisation. Daß die Errungenschaft der Zivilisation himmlischen Ursprungs sei, legt das nächste Bild der Theatermacher nahe: Aus der Höhe des obersten Stockwerkes des Iduna-Hochhauses segeln Anzüge an einem Drahtseil auf die Bühne herab. Neu eingekleidet feiern die Gestalten ihre Verwandlung mit einem Zug durch die Salzstraße, begleitet von den rasend schnellen Melodien einer rumänischen Blaskapelle. Im allgemeinen Tohuwabohu ist die Grenze zwischen Zuschauer und Schauspiel längst verwischt - Theater wird zum hautnahen Erlebnis.

Die Theatermacher haben bewußt darauf verzichtet, Geschichte nachzustellen. Sie bildete die Grundlage für eine zeitlose und mehrdeutige Inszenierung. So war das Geschehen auf dem Prinzipalmarkt keine Darstellung des Dreißigjährigen Krieges, sondern ein Inferno aus Folter, Leid und Diktatur. Drei weiße Frauen symbolisierten die Idee "Europa".Die Techniker des Ensembles leisteten dabei ganze Arbeit, die Zuschauer mit Licht- und Feuereffekten in Atem zu halten. Für einige Zuschauer war diese Station jedoch ein ganz persönliches Schreckensszenario: Für den Massenansturm reichte der Platz nicht aus, viele konnten im Gedränge nichts sehen.

Schrecken und Enge sind auf dem Domplatz jedoch vorbei: Hier im wiedergefundenen "Paradies" sorgen die weißgekleideten "Bouffons" mit ihren Narreteien für Heiterkeit. Übermütig erklettern sie den Januskopf. Eine melancholische, "wortlose" Arie, gesungen von einer der weißen Frauen (Gabriele von Grote), und ein Feuerwerk bilden das Finale. Das Spektakel, das in erster Linie auf sinnliche Effekte und weniger auf Inhalte setzte, ließ die meisten Zuschauer beeindruckt zurück.

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