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30. Januar 1998

"Lebenswerk eines Wissenschaftlers geehrt"

"Historikerpreis" für Konrad Repgen

Konrad Repgen und Obm Marion TünsSein wissenschaftliches Lebenswerk beinhaltet die Geschichte Deutschlands und Europas vom Zeitalter der Reformation bis zur Gegenwart, sein zentrales Forschungsthema - der innere und äußere Friede - schlägt die Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart: Professor Dr. Konrad Repgen (Bonn) erhielt am heutigen Freitag von Oberbürgermeisterin Marion Tüns den Historikerpreis der Stadt Münster. In Anwesenheit von über 400 Gästen aus Politik und Wissenschaft ging die mit 25 000 Mark dotierte Auszeichnung im Jubiläumsjahr damit an einen international führenden Vertreter der Forschung zum Dreißigjährigen Krieg und zum Westfälischen Frieden. Die Laudatio im Rathausfestsaal hielt Dr. Theo Sommer, Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die Forschung von Konrad Repgen, so Oberbürgermeisterin Marion Tüns, "liefert die Erkenntnisse und die Erfahrungen der Vergangenheit". Es sei die gegenwärtige Aufgabe, diese für eine friedvolle Zukunft zu nutzen, da man nicht davon ausgehen könne, daß Erkenntnisse aus der Wissenschaft geschichtliche Wiederholungen, gewalttätige Krisen und Konflikte vermeidbar machten.

Dem "anerkannten Gelehrten" zollte auch Laudator Theo Sommer Tribut: "Die Klopfsignale für die Gegenwart, die Konrad Repgen aus der Vergangenheit herausgehört hat, hallen mahnend in unsere Zeit hinein und sollten uns Heutigen in den Ohren klingen."

Für die Auszeichnung der Stadt bedankte sich Repgen beim Festakt mit einem Vortrag zum Thema "Der Westfälische Friede - Ereignis und Erinnerung". Der Historiker betonte die Bedeutung eines kontinuierlichen "Gespräches mit der Vergangenheit". Gerade der Friedensschluß vor 350 Jahren spreche trotz aller Fremdheit und Verworrenheit noch immer zu den Menschen, denn: "Friede ist ein ganz köstliches Ding".

Der Festakt selbst bildete im Rathaus zu Münster den offiziellen Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten "350 Jahre Westfälischer Friede", die sich durch das gesamte Jahr ziehen und die Rolle Münsters als Friedensstadt betonen. Der 30. Januar markiert zugleich das erste wichtige historische Ereignis, an das im Jubiläumsjahr erinnert wird: Den Tag, an dem 1648 in Münster ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, der nach 80 Jahren den Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Niederlande gegen Spanien beendete.

Nach der Vergabe des Historikerpreises an den amerikanischen Historiker Gordon A. Craig (1981), den Neuzeithistoriker Thomas Nipperdey (1984), den Zeithistoriker und Politikwissenschaftler Hans-Peter Schwarz (1988) und den französischen Mittelalterforscher Jacques Le Goff (1993) setzte die Stadt Münster mit der Verleihung an Konrad Repgen nun gemäß ihrer Leitidee "350 Jahre Westfälischer Friede - Europa, Region, Zukunft" wieder einen aktuellen politischen Akzent. In mehr als 200 Publikationen hat Konrad Repgen die Thematik des Friedens im Inneren der Staaten und zwischen den Staaten behandelt und ist historischen Fragen nachgegangen, die auch heute noch brisant sind.


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