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15. Oktober 1998

Großeinsatz für die Polizei - Sicherheitsproblem:
Zaungäste und Könige sind auf Tuchfühlung

Münster (MIN) - Es sei "einer der größten Einsätze für die Polizei, wenn auch nicht der schwierigste". Polizeioberrat Hans-Georg Schroer als Leiter des Vorbereitungsstabes gesteht aber dennoch ein, daß der Großeinsatz anläßlich des Aufmarsches von 20 gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäuptern zur Eröffnung der Europaratsausstellung "etwas Besonderes" sei.

Seit dem Sommer laufen die Vorbereitungen im Polizeipräsidium, die heiße Phase habe am 14. September begonnen, nachdem die NPD-Kundgebung vorbei war, so der Leiter des ständigen Stabes am Friesenring. Und da es sich um einem Staatsbesuch handele, sei auch das Bundeskriminalamt für den Personenschutz zuständig. Aber nicht nur auf dieser Ebene wird kooperiert. Alle Behörden des Regierungsbezirks seien beteiligt, berichtet Schroer.

Dazu mußten sich im Vorfeld, die Innenminister von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verständigen, ihren Behörden "grünes Licht" geben für einen gemeinsamen Einsatz. Denn die polizeilichen Begleitkommandos für die illustren Gäste sind paritätisch mit Beamten beider Bundesländer besetzt. Auf der Fahrt vom Flughafen Münster/Osnabrück nach Osnabrück, später dann auf der Strecke nach Münster werde dann nur das Kommando per Funk an den jeweiligen Einsatzleiter übergeben, erklärt Schroer. Beim zweiten Abschnitt übernimmt die NRW-Führung ab Osnabrück Hafen den Begleitschutz für die Luxusbus-Kolonne, die die Könige, Fürsten und Präsidenten befördert.

Zu den sicherheitsrelevanten Dingen, etwa Fahrtroute oder Anzahl der eingesetzten Sicherheitskräfte, hüllt man sich im Präsidium aus "polizeitaktischen Gründen" ansonsten in Schweigen.

Sicher ist jedenfalls, daß sich das Protokoll kurzfristig ändern kann. Der Stand von gestern: Alle Staatsoberhäupter werden mit den Bussen in Münster einrollen. Und dann gibt's für die Polizei ein großes Problem: Die Zaungäste zwischen Rathaus und Landesmuseum sollen wegen der Gefahr von Attentaten, als Beispiel nannte Schroer die Messer-Attacke auf Oskar Lafontaine, nicht zu nah an die dann zu Fuß gehende Prominenz herankommen. Allerdings solle ihre Begeisterung für die Monarchen auf der anderen Seite nicht gebremst werden - trotz der Freitagabend aufgestellten Absperrgitter. Und am Freitag, 16. Oktober, sei die Polizei schließlich noch an einer Bürgeranhörung beteiligt, zu der die Stadt Anwohner und betroffene Geschäftsleute einlädt.


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