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7. September 1998

Kuriose Geschichten aus der Geschichte
Rege Nachfrage nach Sonderführungen zum Westfälischen Frieden / Stadtwerbung und Touristik entführt in das "Abenteuer 17. Jahrhundert"

600 münstersche Regenwürmer in einem Maß Straßburger Branntwein, das Ganze in einem Leinenbeutel auf die Knie gelegt und das lästige Wanken in den Beinen hat ein Ende. Dieses Rezept - verordnet 1648 vom Stadtarzt Dr. Rottendorff und weitergegeben bei den Sonderführungen der Stadtwerbung und Touristik zum Westfälischen Frieden - trägt ebenso zum Schmunzeln bei wie die Auskunft, daß sich die gelangweilte Herzogin von Orléans zum Amusement einen Elefanten besorgen ließ. Beim Spaziergang durch die Friedensstadt sind es gerade die kuriosen Geschichten aus der Geschichte, die zusammen mit einer Vielzahl von historischen Fakten für Authenzität und Spannung sorgen.

Die regen Anfragen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nach den ganzjährigen Sonderführungen zum Westfälischen Frieden beschäftigen die 35 Gästeführerinnen und Gästeführer der Stadtwerbung und Touristik auf unterschiedliche Weise. Ein eineinhalbstündiger Rundgang spricht historisch interessierte Spurensucher an, die auf unterhaltsame Weise über die historischen Fakten informiert werden möchten: Welche Bedeutung hatte der Friedenskongreß für Münster und für ganz Europa, wie lauteten die Namen der maßgeblichen Gesandten und wo lebten sie, wie sah das alltägliche Leben jener Tage aus?

Neben den "normalen" Friedensführungen locken die Gästeführer Oswald Brehe als kaiserlicher Gesandter für Böhmen, Dr. Carsten Seick als spanischer Gesandter, Gerlinde Lücke als Bürgerfrau vom Prinzipalmarkt und Margit Dohrenbusch als Frau des Stadtarztes Rottendorff ihr Publikum während eines 30minütigen Auftritts mit außergewöhnlichen Geschichten in das "Abenteuer 17. Jahrhundert".

So beklagt die Bürgerfrau Margarethe Hensen alias Gerlinde Lücke während ihrer Erzählungen wortreich das Gebahren der Herzogin von Orléans, die sich anläßlich der Geburt ihres Sohnes ein Männerballett aus Paris kommen läßt, "während sich die Münsteranerinnen für ihre Gäste abstrampeln müssen". Zudem stelle man sich natürlich die Frage, wieso die Herzogin, obwohl pockennarbig, als schönste Frau Europas bezeichnet werde. "Politik ist ein ernsthaftes, aber auch lächerliches Spiel", lernen die Zuhörer von den beiden "Gesandten". Die Gäste aus dem 20. Jahrhundert erfahren, daß die Bevölkerung um ihre Existenz bangte, während man bei den Friedensverhandlungen allzu oft die Zeit im Streit um verletzte Eitelkeiten verschenkte.

Eine mehr als fünfstündige "Friedensroute" erwartet diejenigen, die sich bis Ende Oktober mit dem Bus auf die Zeitreise ins 17. Jahrhundert begeben. Die Teilnehmer der Exkursion lernen die historisch interessanten Orte des Tecklenburger Landes kennen. In der neutralen Grafschaft Tecklenburg trafen sich die Delegierten des Kaisers und einige Kurfürsten zu Vorbereitungsgesprächen für die Friedensverhandlungen. Dem Kaiser wurde von dort empfohlen, auch die Reichsstände zu den Verhandlungen zu laden. Wer nähere Informationen zu den Sonderführungen "Westfälischer Friede" haben möchte, sollte sich unter der Telefonnummer 4 92 - 27 21 bei der Stadtwerbung und Touristik melden.


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