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5. Juni 1998

Václav Havel und Gesto por la paz erhalten Westfälischen Friedenspreis

Jury fördert Einsatz für föderales Europa

click for higher resolutionVaclav Havel, Schriftsteller und Präsident der Tschechischen Republik, und die baskische Jugendinitiative "Gesto por la Paz", Gemeinschaft für den Frieden, erhalten für ihre Verdienste um die europäische Verständigung den Westfälischen Friedenspreis, den die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V., WWL, in diesem Jahr erstmals vergibt. Die Auszeichnung wird am 6. Juni 1998 aus Anlaß der 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens in Münster überreicht.

Der am 5. Oktober 1936 in Prag geborene Vaclav Havel wurde 1977 Sprecher der Bürgerrechtsbewegung "Charta 77". Ende Dezember 1989 zum Staatspräsidenten gewählt, erreichte er in ersten Gesprächen mit Gorbatschow den Abzug der sowjetischen Gruppen aus der Tschechoslowakei. Havel erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes wird Havel zum Festakt von der Prager Burg zugespielt und während dieser Schaltung eine Ansprache halten. Den Preis nimmt an seiner Stelle die Ehefrau Havels, Frau Dagmar Veskrnova-Havlova, entgegen.

Gesto por la Paz versteht sich als eine zivile, pazifistische, plurale Bewegung und ist unabhängig von politischen Parteien oder Organisationen. Die Organisation versucht, friedlich gegen die Gewalt im Baskenland anzukämpfen.

Bekannt geworden ist die Organisation durch Schweigemärsche, "Gesten für den Frieden" genannt, durch welche sie ihren Namen erhielt. So kommen die Menschen am darauffolgenden Tag jedes Mordes zusammen, der durch politische Gewalt im Zusammenhang mit dem Baskenland begangen wurde und schweigen für 15 Minuten. Diese Treffen finden an über 160 Plätzen statt - in Städten, Dörfern, Universitäten und Schulen - überall im Baskenland. Ausdrucksform des Protestes ist das Tragen eines blauen Bändchens, das die Solidarität mit Entführten und deren Angehörigen symbolisiert.

Der WWL-Vorstand ist bei seiner Entscheidung für den Europäer Havel und die Gruppe "Gesto por la Paz" einer Empfehlung des Kuratoriums Westfälischer Friedenspreis gefolgt. Diesem Gremium gehören 30 Unternehmerpersönlichkeiten aus allen Bereichen von Westfalen-Lippe und Osnabrück an. Die WWL selbst ist ein Zusammenschluß von 500 Unternehmen aus der Region unter Vorsitz von Ernst F. Schröder.

Zum Festakt am 6. Juni im Großen Haus der Städtischen Bühnen Münster erwartet die WWL über 700 Gäste aus dem In- und Ausland. Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Preisverleihung gibt der Sammler-Service der Deutschen Post AG eine Sondermarke mit dem Motiv des Friedenssaales heraus. Gleichzeitig erhalten alle am 6. Juni ausgehenden Postsendungen einen entsprechenden Sonderstempel.

Der Westfälische Friedenspreis, mit dem das Zusammenleben der Völker in einem friedlichen Europa gefördert und die Bedeutung der heimischen Region unterstrichen werden soll, wird künftig alle zwei Jahre vergeben.


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