Westfälischer Friedenspreis
Skulptur von Nina Koch

Václav Havel
Václav Havel, Träger des ersten Westfälischen Friedenspreises

Die Vertreter der Preisträger mit dem Preis
Die Vertreter der Preisträger mit dem Preis
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Beim Empfang im Friedenssaal
Beim Empfang im Friedenssaal
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Beim Empfang im Friedenssaal
Beim Empfang im Friedenssaal
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Eintrag ins Goldene Buch der Stadt
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt
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Friedenspreis für Courage
Václav Havel und Gesto por la Paz mit dem Westfälischen Friedenspreis geehrt / Empfang für die Preisträger im Friedenssaal

Die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Großen Haus der Städtischen Bühnen von Münster an den tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel und die baskische Jugendorganisation Gesto por la Paz schlug eine Brücke über die 350 Jahre vom Abschluß des Westfälischen Friedens in unsere Gegenwart. Václav Havel werde ausgezeichnet als eine Leitfigur grenzüberschreitender Verständigung, erläuterte Ernst F. Schröder die Wahl der Jury der preisstiftenden Westfälischen Wirtschaftlichen Gesellschaft. Die Auszeichnung von Jugendgruppen wie Gesto por la Paz solle die Gruppen fordern, fördern und ermutigen.

Präsident Havel konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst an der Feier teilnehmen. Seine Gattin, Dagmar Veskrnova-Havlova, nahm an seiner Stelle den Preis in Empfang. Für die baskische Jugendorganisation empfingen Paula Tarabini-Castellani Ciordia und Ibai Arbide Aza die Auszeichnung.

Als Festredner nahmen neben dem neuen Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, der Vizepräsident der Europäischen Parlaments, Poul Schlüter, der ehemalige EU-Verwalter von Mostar, Hans Koschnick, und Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer an der Preisverleihung teil. Einen festlichen Glanz verlieh der Preisvergabe das Symphonieorchester der Städtischen Bühnen unter Leitung von Generalmusikdirektor Will Humburg. Beweglich und bewegt dirigierte der Kapellmeister sein Orchester durch die beiden Sätze der "unvollendeten" siebten Sinfonie von Franz Schubert.

Anschließend lud die Hausherrin, Münsters Oberbürgermeisterin Marion Tüns, die Preisträger zu einem Empfang in den historischen Friedenssaal des Rathauses ein, wo sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintrugen.

Die Ehrung solle an den Westfälischen Frieden anknüpfen, so Schröder zur Idee des Friedenspreises und stellte den zum ersten Mal ausgelobten Westfälischen Friedenspreis so in eine große Tradition. Ziel des Preises sei eine Stärkung des Föderalismus, die aktive Förderung eines Europa der Regionen und einer Europäischen Gemeinschaft nach dem Prinzip der Subsidiarität.

Václav Havel, dessen Dankesrede per Video während der Festveranstaltung eingespielt wurde, betonte die Ambivalenz des Friedensschlusses von 1648. Zum einen markiere er das "Ende eines schier endlosen Leidens" und den ersten Versuch, Europa als eine politische Einheit zu gestalten. Gleichzeitig sei der westfälische Friede für die Tschechen aber auch der Beginn einer schlimmen Zeit gewesen. "Das Vermögen des protestantischen Adels wurde konfisziert und es folgten Jahrhunderte der harten Unterjochung."

Gerade diese Ambivalenz des Westfälischen Friedens bezeichnete Havel als guten Grund, einen Friedenspreis zu stiften. "Denn gerade diese Zweideutigkeit ist eine gewisse Warnung, sie ist eine Herausforderung an uns, keine zweideutigen Frieden mehr zu schließen."


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